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Militäruhren und deren Geschichte: Historische Weltkriegsuhren bis zu aktuellen Modellen

Bis heute faszinieren Militäruhren Uhrenliebhaber weltweit. Wir wollen dir deshalb in unserer umfassenden Reportage die Geschichte der Militäruhren von historischen Weltkriegsuhren bis zu aktuellen Modellen näher vorstellen.

Wegen ihrer bewegten Geschichte erfreuen sich Militäruhren aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg bei Uhrensammlern großer Beliebtheit. Moderne Militäruhren orientierten sich deshalb optisch meistens an den historischen Modellen und zielen dabei vor allem auf eine zivile Käuferschaft ab. Im echten Einsatz bei Navy SEALs und anderen militärischen Organisationen befindet sich heutzutage ein eher überraschendes Modell. Dieses zeichnet sich nicht nur durch seine Robustheit und Zuverlässligkeit aus, sondern auch durch seinen günstigen Preis.

Die Geschichte der Militäruhren

Militäruhren entwickelten in der Geschichte der neuzeitlichen Kriegsführung schnell eine große Bedeutung, da nur dank ihnen eine exakte Koordination von Manövern und eine genaue Planung verschiedener taktischer Einsätze möglich wurde. Wir wollen hier deshalb die Geschichte der Militäruhren in ihrem historischen Ablauf wiedergeben.

Inhaltsverzeichnis

Militäruhren können nach ihrem Einsatzbereich auch als Taucheruhren oder Fliegeruhren bezeichnet werden. Im Amerikanischen wird bei der Militäruhr unter anderem zwischen Navigation Watches, Dive Watches und Field Watches unterschieden. Eine entsprechende deutsche Bezeichnungen für letztere fehlt.

Erster Teil
Militäruhren vor dem Zweiten Weltkrieg

Die ersten Uhren für das Militär wurden bereits im Jahr 1880 produziert, jedoch trugen Offiziere damals vor allem Taschenuhren. Im Alltag wurden Armbanduhren zu jener Zeit fast ausschließlich von Frauen getragen, da sie Männer für zu feminin und unzuverlässig hielten. Im Kampfeinsatz sollten sich Taschenuhren jedoch schnell als zu unpraktisch erweisen.

Die ersten Militäruhren im Auftrag des deutschen Kaisers

Angesichts der deutschen Vorliebe für Technik und Innovation ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland auch im Bereich der Militäruhren tonangebend war. Bereits 1879 beauftragte der deutsche Kaiser Wilhelm I. den Schweizer Uhrmacher Constant Girard mit der Herstellung von Armbanduhren für seine Marineoffiziere. Girard-Perregaux produzierte in der Folge insgesamt 2000 Uhren, die zur Vermeidung von Rost aus 14 Karat Gold bestanden. Trotz dieser frühen Entwicklung spielten Armbanduhren während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) im deutschen Heer noch keine große Rolle.

Eine Replik der Uhr, die Girard Constant im Auftrag des deutschen Kaisers für das Militär entwarf. Möglicherweise handelt es sich hierbei um eine der ersten in Serie gefertigten Armbanduhren überhaupt.

Die ersten Militäruhren der Briten und Amerikaner

Bereits bei Gefechten im Ersten und Zweiten Burenkrieg in den 1880er Jahren, lässt sich die Verwendung von Taschenuhren nachweisen, die von Offizieren der britischen Streitkräfte mittels Lederarmband am Handgelenk befestigen wurden. Im Ersten Weltkrieg vergab das britische Militär etwa ab 1917 eine begrenzte Anzahl von echten Armbanduhren an ausgewähltes Personal. Bei der Suche nach zuverlässigen Uhren entwickelte das Kriegsministerium ein Anforderungsprofil und testete hierfür zahlreiche Schweizer Armbanduhren. Viele Modelle (vor allem britischer Uhrenhersteller) wurden jedoch als ungeeignet für Kampfbedingungen abgelehnt.

Amerika trat im April 1917 in den Ersten Weltkrieg ein, ein Jahr bevor der Konflikt endete. Auch hier wurden bereits erste Armbanduhren an Soldaten ausgegeben. Diese waren zwar speziell für militärische Zwecke hergestellt worden, aber im Gegensatz zu den britischen Modellen noch nicht mit einer militärspezifischen Kennzeichnung versehen. Amerikanische Uhrenhersteller wie Waltham und Elgin produzierten Uhren für US-Streitkräfte, die später sogar im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen.

Zweiter Teil
Militäruhren im Zweiten Weltkrieg

Die großflächige Ausstattung der Soldaten mit funktionalen Armbanduhren erfolgte ab dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Zeitlich genau abgestimmte Kampfeinsätze gewannen an Bedeutung, zudem wurden die früher üblichen Taschenuhren nun endgültig durch Armbanduhren ersetzt. Diese Umstellung ermöglichte den Soldaten eine einfachere Handhabung bei der Zeitmessung. Wegen der hohen Nachfrage nach günstigen Uhren, erhielten unzählige heute noch bekannte Uhrenmanufakturen Großaufträge zur Fertigung von Armee Uhren.

Deutsche Militäruhren im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs änderte sich die Bedeutung der präzisen Zeitmessung auch bei der deutschen Wehrmacht dramatisch. Dies führte dazu, dass Armbanduhren nicht mehr nur von Offizieren verwendet, sondern auch in großer Zahl an die einfachen Soldaten ausgegeben wurden. Anders als die Alliierten Gegnern, entwarf die deutsche Wehrmacht keine allgemeine Spezifikation für eine Armbanduhr, sondern stellte konkrete Anforderungen an einen Auftragnehmer. Der vergab wiederum Aufträge an weitere Unternehmen, Uhren entsprechend diesen Anforderungen zu liefern.

Laco Beobachtungsuhr

  • Eine Hommage der B-Uhr der deutschen Luftwaffe von einem der echten Hersteller des Originals.

Während Infanteristen und Matrosen mit diesen kleinen und eher einfachen Zeitmessern ausgestattet waren, genossen die Piloten der Luftwaffe den Einsatz einer maßgeschneiderten Fliegeruhr: Die Beobachtungsuhr. Die erste Uhrenspezifikation dieser Fliegeruhren entwarf das Reichsluftfahrtministerium bereits 1935, als Deutschland mit der großen Aufrüstung begann. Mit der Herstellung der Uhren wurden insgesamt 5 Manufakturen betraut, darunter auch A. Lange & Söhne, Laco und IWC. Ihre als „B-Uhr“ bezeichnete Ausführung, war die Grundlage für das klassische Design vieler Fliegeruhren, welches sich heute noch in zahlreichen aktuellen Modellen widerspiegelt. Mehr über die Entwicklung der Beobachtungsuhren findest du in unserem Artikel über die Geschichte der Fliegeruhren.

Amerikanische Militäruhren im Zweiten Weltkrieg

Bereits im Jahr 1934 erschien mit der A-7 eine Navigationsuhr für Piloten der US Army Air Corps. Diese Fliegeruhr war im Grunde eine überdimensionale Armbanduhr mit einem Taschenuhrwerk. Sie verfügte über einen Einknopf-Chronographen, eine Zwiebelkrone und ein gedrehtes Zifferblatt. Hergestellt wurden Uhren dieser Spezifikation von Gallet, Longines und Meylon.

Eine moderne Hommage an die Longines A-7 Fliegeruhr mit Stoppfunktion. Durch den einen Drücker und das gedrehte Zifferblatt gleicht die Uhr optisch noch sehr einer Taschenuhr. Die A-7 wurde im November 1943 durch die A-11 abgelöst.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden von den US-Streitkräften verschiedene Armbanduhren ausgegeben. Am bekanntesten sind die „Field Watches“ der Spezifikation A-11. Diese Norm verlangte ein staub- und wasserdichtes Gehäuse, extreme Temperaturbeständigkeit, sowie ein schwarzes Zifferblatt mit weißen Ziffern. Das hochwertige Uhrwerk musste eine Gangreserve von 30-56 Stunden und eine Toleranz von maximal +/- 30 Sekunden pro Tag vorweisen. Die A-11 Uhren wurde ab 1943 in großer Zahl an die US-Soldaten, aber auch an britische und sowjetische Luftstreitkräfte ausgegeben. Weitere bekannte Modelle sind die Uhren des „Ordnance Department“, die für Nicht-Luftfahrtpersonal bestimmt waren. Zu den Herstellern dieser Uhren gehören Bulova, Hamilton, Elgin und Waltham.

Ein Modell vom Typ A-11, die von Bulova produziert wurde. Die A-11 wurde bekannt als die Armbanduhr, die den Zweiten Weltkrieg gewann, da nahezu jeder US-Soldat und dazu noch viele Briten und Sowjets eine trugen.

Nicht nur Piloten des Air Corps, sondern auch die US Navy hatte großen Bedarf an besonders strapazierfähigen Uhren. Eine der frühen militärischen Taucheruhren wurde von Hamilton für die US Navy hergestellt. Sie wird allgemein als U.S. BUSHIPS (Bureau of Ships) „canteen watch“ bezeichnet. Um das Eindringen von Wasser in die Uhr zu verhindern, war die Krone mit einer schraubbaren Abdeckung versehen, die mit einer kleinen Kette befestigt wurde.

Britische Militäruhren im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurde vor allem von Großbritannien eine große Anzahl von Armbanduhren in Auftrag gegeben. Eine der vermutlich allgegenwärtigsten war die sogenannte A.T.P. Uhr (Army Trade Pattern), die von zahlreichen Schweizer Unternehmen hergestellt wurde. Die genaue Anzahl der Hersteller ist schwer zu ermitteln, dürfte aber zwischen 17 und 22 liegen.

1940 wurde Rotary zum offiziellen Uhrenlieferanten der britischen Armee ernannt. Die massenweise Ausgabe von Rotary Uhren an Soldaten führte dazu, dass nach dem Krieg beinahe in jedem Haushalt zumindest ein Modell zu finden war. Während die Geschäfte der Schweizer Uhrenmarke im Ursprungsland in der Folge immer schlechter liefen, sorgte die große Bekanntheit in Großbritannien dafür, dass Rotary schließlich seine Tore in der Schweiz schloss und heute eine britische Uhrenmarke ist.

Britische W.W.W. Uhren und das „Dreckige Dutzend“

Die vielleicht berühmtesten britischen Armbanduhren des Zweiten Weltkrieges waren jedoch die W.W.W. Uhren (Wrist Watch Waterproof), die nach dem berühmten Kriegsfilm der 1960er Jahre allgemein als „Dirty Dozen“ bezeichnet werden. Dreckiges Dutzend bezieht sich auf die Tatsache, dass insgesamt 12 Schweizer Uhrenherstellern W.W.W. Uhren im Auftrag des MOD produzierten. Dennoch mussten alle diese Uhren einige Gemeinsamkeiten aufweisen, damit die Soldaten möglichst einheitliche Modelle tragen konnten. Dazu zählt ein einfaches Design mit weißen Zahlen auf schwarzem Ziffernblatt und einem dezentralen Sekundenzeiger. Dieser sorgte für eine noch genauerer Ablesbarkeit der Uhrzeit.

Dem Nutzer Siewming aus dem Malaysia Watch Forum ist es gelungen alle 12 Uhren aus dem „Dreckigen Dutzend“ zusammenzutragen.

Zu den Produzenten dieser Schweizer Militäruhren für die britischen Streitkräfte gehörten Omega, Jaeger-LeCoultre, IWC, Lemania, Cyma, Buren, Longines, Eterna, Vertex, Record, Timor und Grana. Obwohl die Uhren für den „allgemeinen Dienst“ bestimmt waren, wurden sie in der Praxis eher an Funker und Artillerieoffiziere, als an den typischen Infanteristen ausgegeben.

Für viele Uhrensammler stellt der Besitz aller 12 Exemplare ein besonders erstrebenswertes Ziel dar. Generell sind historische Militäruhren aus dem Zweiten Weltkrieg heutzutage sehr begehrte Sammelobjekte. Dabei sind diese Uhren auch für Anleger interessant, da hier stetige Wertsteigerungen zu erwarten sind.

Italienische Militäruhren im Zweiten Weltkrieg

In Italien stattete Panerai ab 1935 die Marine aus. Ein besonders erwähnenswertes Modell ist dabei die „Radiomir“ für die italienischen Kampfschwimmer. Die Taucheruhr mit wasserdichtem Gehäuse und Radium-Paste als Leuchtmittel wurde jedoch nicht von Panerai selbst gefertigt. Rolex übernahm die Produktion und lieferte die fertigen Uhren anschließend an das italienische Unternehmen. Eine umfassende Ausführung über diese italienische Militäruhren findest du in unserer Artikel über Panerai und die italienischen Kampfschwimmer.

Russische Militäruhren im Zweiten Weltkrieg

1930 wurde die Erste Staatliche Uhrenfabrik (heute Poljot) gegründet, da die Notwendigkeit bestand, die Rote Armee mit Taschenuhren und Armbanduhren zu versorgen. Zuvor war man auf Importe aus anderen Ländern angewiesen. Ein weiterer russischer Uhrenhersteller, der im Zweiten Weltkrieg Militäruhren produzierte, war Vostok (russisch für „Osten“). Er entstand auf den Befehl Stalins hin, nachdem die Produktionsstätten der Zweiten Staatliche Uhrenfabrik weiter nach Osten verlegt werden mussten. Grund dafür war die deutsche Wehrmacht, die 1942 bereits zu weit in das Territorium der Sowjetunion vorgedrungen war. Weitere Informationen findest du in unserem Artikel über russische Uhren und Uhrenmarken.

Dritter Teil
Militäruhren nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es viele internationale Konflikte, wie den Vietnamkrieg, Kriege in Afghanistan und im Irak, in denen immer ausgereifteres Ausrüstungsmaterial zum Einsatz kam. Dies trifft auch auf den Bereich der Militäruhren zu. Viele Hersteller haben seitdem Armeen weltweit ausgestattet. Wir geben hier deshalb einen Überblick über die Modelle, die aus der großen Masse herausstechen. Doch zuvor ein Blick auf die wesentlichen technischen Neuerungen.

Technische Fortschritte in der Technik der Militäruhren

Zwei wesentliche Entwicklungen können nach dem Zweiten Weltkrieg bei den Militäruhren beobachet werden. Die erste betrifft den Leuchtstoff, der für die Ablesbarkeit des Ziffernblattes bei Dunkelheit sorgt. Während des Krieges wurde hierfür Radium verwendet, ein radioaktiver Stoff mit weiterreichender Strahlung. Nachdem festgestellt wurde, dass Radium eine gesundheitliche Gefahr darstellte, wenn die Uhren über einen längeren Zeitraum am Körper getragen wurden, begann man nach dem Krieg viele der Militäruhren zu zerstören. Als Leuchtmasse verwendete man nun Tritium. Dieser Leuchtstoff besitzt eine wesentlich geringerer radioaktive Strahlung. Eine spezielle Entwicklung für Militäruhren stellte Tritium H3 dar, in der Gaslichtquellen für eine enorm hohe Leuchtkraft sogen. Die Leistung von H3 Uhren übersteigt alle vergleichbaren Leuchtsysteme um das 100-fache.

Die unterschiedlichen Farbschemas der KHS Uhren mit H3 Beleuchtung.
(Bild: KHS Tactical Watches)

Mit Luminova und später Superluminova konnte schließlich eine Leuchtmasse entwickelt werden, die zwar nicht radioaktiv ist, nun jedoch eine Leuchtquelle benötigt, um aufgeladen zu werden. Ihre Leuchtkraft nimmt zudem mit der Zeit im Dunkeln ab.

Als zweite große technische Neuerung revolutionierte die Quarzuhr in den 1970er Jahren die Uhrenindustrie. Militäruhren profitierten von der hohen Genauigkeit und Zuverlässigkeit dieser Technologie. Im Gegensatz zu mechanischen Zeitmessern waren Armbanduhren mit Quarzwerk zudem auch noch wesentlich günstiger in der Herstellung und setzten sich deshalb schnell im militärischen Bereich durch. Dank der digitalen Anzeige hielten in weiterer Folge auch zusätzliche nützliche Funktionen in den Uhren einzug.

Militäruhren der deutschen Bundeswehr

Nach dem Zweiten Weltkrieg statteten viele Hersteller die Bundeswehr und andere militärische Organisationen mit Uhren aus. Zu den bekanntesten Ausrüster zählen Junghans (1959), Heuer (1967), Sinn (in den 80er und 90er-Jahren), Orfina/Porsche Design (1979), Arctos (1982), Tutima (1983) und Tengler (1990). Bekannte Modelle sind bespielsweise die Junghans J88/0110, die Heuer 1550 SG und die Sinn 156.

Der Fliegerchronograph Sinn 157 Ti Ty wurde von der Erprobungsstelle der Bundeswehr unter härtesten Bedingungen für militärische Eignung geprüft und ist als geeignet freigegeben worden. (Bild: Sinn Spezialuhren)

Militäruhren der US Army

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte die US Army immer wieder neue Spezifikationen für Militäruhren. Der wichtigste Lieferanten für diese Uhren war dabei weiterhin Hamilton. Der amerikanische Hersteller hatte während des Krieges als offizieller Ausrüster der US-Streitkräfte sogar völlig darauf verzichtet, Uhren im zivilen Handel zu verkaufen. Weitere Hersteller neben Hamilton waren unter anderem Benrus, Marathon, Altus und Timex.

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Hamilton Khaki Miltäruhr

  • Die Hamilton Khaki ist eine Militäruhr, die auf den ursprünglichen Modellen basiert, die der Hersteller im und nach dem Zweiten Weltkrieg für die US Army produzierte.

Es gab im Laufe der Jahre auch mehrere Taucheruhren, die von US-Streitkräften verwendet wurden. Eine Besonderheit stellt hier die Tornek-Rayville dar, die unter der Spezifikation MIL-W-22176A in den 1960er Jahren produziert wurde. Hierbei handelt es sich im Grunde um eine umbenannte Blancpain Fifty Fathoms, die den Namen des lokalen Blancpain-Vertriebshändlers erhielt.

Militäruhren der British Armed Forces

In den 70er Jahren wurden die W.W.W. Uhren von den W10 Uhren abgelöst. Diese wurden von Smiths, Hamilton und CWC hergestellt. Die Smiths W10 kam im Falklandkrieg (1982) und im Ersten Golfkrieg zum Einsatz. Waren die Uhren zuerst noch mit einem Automatik-Uhrwerk versehen, wechselte CWC schließlich auf die neue Quarztechnologie. Ein wichtiges Modell war die CWC G10, von der während des Zweiten Golfkriegs allein 1991 etwa 20.000 Stück produziert wurden. Weitere britische Militäruhren wurden in den letzten Jahren von Seiko, der Seiko-Tochter Pulsar und Citizen hergestellt.

Die Rolex Milsub für die britischen Royal Marines

Auch Rolex fertigte zeitweise Uhren für militärische Zwecke. Die „Military Submariner“ war eine Entwicklung für das britische Militär in den 1970er Jahren. Die Uhr unterschied sich vorwiegend durch das Design der Zeiger von der klassischen „Submariner“. In der militärischen Variante des Modells wurden schwertförmige Zeiger verbaut, da diese mit mehr Leuchtmittel versehen werden konnten, was eine bessere Ablesbarkeit bei Dunkelheit garantierte. Besonders begehrt ist aus dieser Zeit das Modell mit der Referenz 5513, da von dieser Uhr nur etwa 1500 Modelle existieren. Sie wird heutzutage bei Versteigerungen mit weit über 100.000 Euro gehandelt.

Hommage der Rolex MilSub. In den 70er-Jahren stellte Rolex die MilSub für das britische Verteidigungsministerium her. Heute ist die Uhr bei Vintage-Liebhabern wohl eine der beliebtesten Rolex Uhren überhaupt. (Bild: Bamford Watch Department)

Militäruhren weiterer Länder

Neben diesen Uhren gibt es noch einige andere Militäruhren für weitere Länder, die international Bekanntheit erlangten:

  • Breguet entwarf in den 1950er-Jahren mit der Type XX eine Armbanduhr für die militärische Luft- und Seefahrt Frankreichs.
  • Von Vostok wurden ab 1962 die Komandirskije Uhren (auf deutsch „Kommandant“) und ab 1968 die Amphibia Uhren für das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation hergestellt.

Vierter Teil
Militäruhren Heute

Welche Uhren werden heute noch beim Militär eingesetzt? Fabrikate der großen Hersteller im hochpreisigen Segment findet man nicht mehr beim Militär. Der Vormarsch der Quarzuhren ermöglichte es, günstigere Uhren zum Einsatz zu bringen. Meist ist es sogar den Soldaten selbst überlassen, welche Uhren sie tragen. Eine einheitliche Ausstattung durch einen bestimmten Produzenten erfolgt nur noch selten und ausschließlich für einzelne Spezialeinheiten.

Casio G-Shock: still the go-to watch for me and many Teammates I served with. Leif Babin, ehem. Navy SEAL

Zum Quasistandard für heutige Militäreinsätze haben sich vor allem die Uhren von Casio entwickelt. Besonders die Casio G-Shock Uhren sind wegen ihrer extremen Robustheit bei Soldaten sehr beliebt.

Die Casio G-Shock von „American Sniper“ Chris Kyle

Eine besonders beliebte Modellreihe in Militärkreisen ist die Casio G-Shock DW-6600. Uhren aus dieser Kollektion wurden von vielen Navy SEALs wie beispielsweise Chris Kyle getragen. Der legendäre Sniper ist mit über 160 bestätigten Abschüssen laut US-Verteidigungsministerium der Scharfschütze mit den meisten Tötungen in der Geschichte des US-Militärs. Sein Buch American Sniper wurde 2014 mit Bradley Cooper in der Hauptrolle verfilmt.

Navy SEAL mit einer Casio G-Shock DW-6600 am Handgelenk.

Die DW-6600 wurde mittlerweile von Casio durch die DW-6900 ersetzt, die jedoch ebenfalls bereits schwer erhältlich ist. Eine Alternative stellt die GW-7900 dar, die dem Original sehr nahe kommt.

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Casio G-Shock Digital Herrenarmbanduhr GW-7900 schwarz, Solar und Funkuhr, 20 BAR
  • Wasserfest bis 20 ATM
  • Automatischer Kalender
  • Zusatzfunktionen: Funk, Solar, Stoppuhr, Beleuchtung

Die Casio Militäruhr ist nicht nur extrem robust und wasserdicht bis 20 Bar, sondern besitzt mit Alarm, Stoppuhr und Countdown-Timer auch eine solide Austattung. Über noch mehr Funktionen wie Höhenmesser, Barometer, Thermometer und digitalem Kompass, verfügen die High-End Militäruhren der Casio Mudmaster Serie.

Bekannte Hersteller von aktuellen Militäruhren

Hier stellen wir einige Hersteller vor, die auch heute noch Militäruhren produzieren. Diese Uhren werden jedoch nicht mehr unbedingt für echte Kampfeinsätze hergestellt. Bei der üblichen Käuferschicht handelt es sich nun vorwiegen um zivile Konsumenten. Also Menschen, die diese robusten Uhren entweder für Extremsportarten oder Outdoor-Einsätze benötigen, oder die einfach den Spirit der Militäruhren am Handgelenk tragen wollen.

Die Luminox der Navy SEALs

Luminox ist ein amerikanischer Uhrenhersteller, der seit 1989 Spezialuhren für militärische und polizeiliche Einsatzbereiche herstellt. 1992 wurde mit der Luminox Navy SEAL eine Militäruhr vorgestellt, die speziell den Bedürfnissen der legendären Spezialeinheit der US Navy entspricht. Sie wurde in Kooperation mit Offizier Nick North entwickelt und ist für alle Extrembedingungen geeignet. Dazu gehören beispielsweise Tiefseetauchgänge, Fallschirmsprünge, Feldeinsätze und Nachteinsätze.

Swiss Military Uhren

Schweizer Militäruhren haben eine lange Tradition. Viele Länder der Welt vertrauten bei der Austattung ihrer Streitkräfte auf Uhren von Schweizer Uhrenherstellern. Diese haben sich durch ihre Zuverlässigkeit und höchste Präzision einen Namen gemacht. Die Bezeichnung „Swiss Military Uhr“ entwickelte sich deshalb zu einer eigenen Marke, die viele Uhrenhersteller für sich in Anspruch nehmen. Vor allem die die beiden Hersteller des Originalen Schweizer Taschenmessers, Victorinox und Wenger. Beide Uhrenmarken statteten die Schweizer Armee, zusätzlich zu ihren Messern, auch mit Swiss Military Uhren aus.

Daneben gibt es auch einige Uhrenmarken, die das „Swiss Military“ im Namen tragen. Diese Uhrenhersteller besitzen zumeist die offizielle Lizenz der Schweizer Armee. Dazu gehören Swiss Military by Hanowa und Swiss Military by Chrono und Swiss Alpine Military by Grovana.

Zeitgemäße Militäruhren der ursprünglichen Hersteller

Historische Militäruhren besitzen sehr charakteristische Merkmale und prägen das Design von Armbanduhren bis heute. Die ersten Modelle aus dem Zweiten Weltkrieg von Hamilton, Laco, etc. waren schlicht und einfach in ihrer Gestaltung. Im Vordergrund stand die Funktionalität, nicht das Aussehen. Solche Uhren werden auch heute noch als Hommagen von den originalen Uhrenmarken hergestellt:

Tolle von diesen Militäruhren inspirierte Modelle gibt es auch von Timex:

Typische Merkmale historischer Militäruhren

An diesen Modellen erkennt man auch die typischen Merkmale der historischen Militäruhren aus dem Zweiten Weltkrieg:

  • Die Ziffernblätter mussten so groß sein, dass die darauf befindlichen Zahlen und Indizes möglichst einfach zu erkennen waren. Zumeist waren die Ziffernblätter schwarz und die Zahlen in weißer Farbe aufgedruckt, damit die Zeit leicht abgelesen werden konnte. Vor allem im Einsatz bei der Luftwaffe.
  • Zeiger und Zahlen waren mit Leuchtmasse versehen, um die Möglichkeit des Ablesens in der Nacht zu gewährleisten. Zusätzliche Komplikationen wiesen die wenigsten Uhren auf. Einzig Chronographen fanden den Weg ins Militär, damit Zeitabstände stoppbar waren.
  • Getragen wurden diese Uhren mit stabilen, breiten Lederbändern, später auch mit den sogenannten NATO-Armbändern, die aus strapazierfähigen Nylonfasern bestanden. Einerseits waren diese Nylonbänder reißfester, zudem andererseits aufgrund ihrer erhöhten Flexibilität auch angenehmer am Handgelenk zu tragen.

In dieser ausführlichen Übersicht über die Entwicklung der Militäruhren wird die große Faszination dieser Zeitmesser ersichtlich. Egal ob man eine moderne Militäruhr kaufen möchte, oder sich für ein Vintage-Modell entscheidet: Mit diesen Uhren besitzt man ein kleines Stück bewegter Geschichte am Handgelenk.

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