Die Schweiz baut nach Stückzahl nur einen Bruchteil der Uhren dieser Welt und beherrscht trotzdem den Markt. Dieser Überblick zeigt die größten Schweizer Uhrenmarken nach Umsatz, stellt sie im Porträt vor, ordnet sie nach Preisklasse und erklärt, was das Siegel Swiss made tatsächlich verlangt.
Rund 16 Millionen Uhren verlassen die Schweiz pro Jahr, bei einer Weltproduktion von etwa einer Milliarde Stück. Nach Wert sieht die Rechnung völlig anders aus: Kaum ein Land verdient mit Uhren so viel wie die Schweiz, und keine andere Herkunft trägt einen vergleichbaren Ruf. Schweizerische Uhren sind damit das Gegenteil eines Massenprodukts.
Dieser Ruf verteilt sich allerdings sehr ungleich. Sechs Marken erwirtschaften zusammen den größten Teil des Umsatzes, während über 400 weitere sich den Rest teilen. Wer eine Schweizer Uhr sucht, bewegt sich deshalb in völlig verschiedenen Welten, je nachdem, ob er 300 oder 30.000 Euro ausgeben will.
Ranking nach Umsatz: die 20 größten Schweizer Uhrenmarken
Wie ungleich die Branche verteilt ist, zeigt das einzige belastbare Ranking der Schweizer Uhrenhersteller. Die folgende Top 20 stammt aus dem jährlichen Report „Swiss Watcher“ von Morgan Stanley und LuxeConsult, 2025 in neunter Auflage erschienen. Alle Zahlen sind Schätzungen, denn die Hersteller veröffentlichen ihre Umsätze nicht.
Hinweis: Wir haben die Liste um die Marken bereinigt, die keine Schweizer Marken sind. Der Report zählt nach Produktionsland und führt deshalb auch Häuser wie Cartier, Hermès, Bulgari, Chanel, Louis Vuitton, Panerai oder Montblanc, die in der Schweiz fertigen lassen, deren Marken aber aus Frankreich, Italien oder Deutschland stammen. Auch die deutschen Manufakturen A. Lange & Söhne und Glashütte Original tauchen dort auf, weil sie zu Richemont und zur Swatch Group gehören. Eine Fertigung in der Schweiz macht eine Marke so wenig schweizerisch, wie eine Fertigung in Fernost sie chinesisch machen würde.
| Rang | Uhrenmarke | Umsatz in Mio. CHF | verkaufte Uhren |
|---|---|---|---|
| 1 | Rolex | 11.002 | 1.150.000 |
| 2 | Audemars Piguet | 2.600 | 53.000 |
| 3 | Patek Philippe | 2.500 | 72.000 |
| 4 | Omega | 2.210 | 460.000 |
| 5 | Richard Mille | 1.750 | 5.950 |
| 6 | Longines | 920 | 780.000 |
| 7 | Vacheron Constantin | 914 | 30.000 |
| 8 | Breitling | 820 | 155.000 |
| 9 | Tissot | 720 | 2.480.000 |
| 10 | TAG Heuer | 656 | 342.000 |
| 11 | IWC | 573 | 118.000 |
| 12 | Jaeger-LeCoultre | 523 | 78.000 |
| 13 | Swatch | 474 | 4.400.000 |
| 14 | Hublot | 460 | 32.000 |
| 15 | Tudor | 460 | 180.000 |
| 16 | Chopard | 340 | 30.000 |
| 17 | Franck Muller | 330 | 32.000 |
| 18 | Blancpain | 270 | 18.500 |
| 19 | Piaget | 213 | 19.000 |
| 20 | Rado | 164 | 132.000 |
Die Plätze 21 bis 34
Unterhalb der ersten zwanzig führt der Report noch vierzehn weitere Schweizer Marken. Vollständig ist auch diese Liste nicht, sie deckt aber den weit überwiegenden Teil des Marktwerts ab.
- Breguet
- Mido
- Hamilton
- Frederique Constant
- F. P. Journe
- H. Moser & Cie
- Zenith
- Raymond Weil
- Certina
- Ulysse Nardin
- Girard-Perregaux
- Oris
- MB&F
- Roger Dubuis
Unsere Auswertung des Rankings
Rolex allein steht für rund ein Drittel des gesamten Schweizer Uhrenmarkts (33 Prozent des Einzelhandelswerts) und übertrifft die vier nächstgrößten Marken zusammen. Über alle 50 Marken des Reports hinweg, also einschließlich der hier herausgenommenen, kamen 35,7 Milliarden Franken bei gut 12,3 Millionen verkauften Uhren zusammen. Über 400 weitere Hersteller teilen sich den Rest.
Der Vergleich von Umsatz und Stückzahl zeigt, wie verschieden die Geschäftsmodelle sind. Swatch verkauft mit 4,4 Millionen Uhren die mit Abstand größte Menge und landet damit nur auf Platz 13, weil eine Swatch im Schnitt etwa 130 Franken einbringt. Richard Mille kommt mit 5.950 Uhren auf Platz 5, weil dort im Mittel fast 300.000 Franken je Stück anfallen. Rolex verbindet beides: über eine Million Uhren zu durchschnittlich rund 14.000 Franken.
Die Bewegung ging 2025 klar zu den Größten. Longines fiel aus dem Kreis der Marken mit über einer Milliarde Umsatz heraus, Rückgänge verzeichneten auch Swatch, Hamilton, Blancpain, Breguet, Zenith und Girard-Perregaux. Omega verlor seine dritte Position an Audemars Piguet und Patek Philippe. Gewachsen sind dagegen IWC, Jaeger-LeCoultre und Tudor.
Schweizer Uhrenmarken nach Preisklasse
Der Umsatz sagt, wie groß eine Marke ist, aber nicht, was ihre Uhren kosten. Dafür weisen Morgan Stanley und LuxeConsult je Marke den durchschnittlichen Endkundenpreis aus, also Umsatz geteilt durch verkaufte Stückzahl. Daraus ergeben sich vier Klassen, deren Preisspanne bei jedem Porträt weiter unten mitsteht. Noch feiner gestuft steht die Einteilung in der Marken-Übersicht:
-
Haute Horlogerie (ab 20.000 Euro)
Manufakturen mit eigener Werkfertigung, deren Komplikationen in Handarbeit entstehen.
-
Luxus (2.500 bis 20.000 Euro)
Die bekanntesten Namen der Branche, überwiegend über den Fachhandel erhältlich.
-
Gehoben (500 bis 2.500 Euro)
Schweizer Automatikuhren mit Saphirglas, im Onlinehandel gut zu bekommen.
-
Mittelklasse (150 bis 500 Euro)
Vor allem Quarzwerke, dazu Mode- und Gebrauchsuhren bekannter Marken.
-
Einstieg (bis 150 Euro)
Bei Schweizer Marken bleibt hier praktisch nur Swatch, deren Uhren im Schnitt 133 Franken kosten.
| Rang | Uhrenmarke | Ø Endkundenpreis |
|---|---|---|
| 1 | Richard Mille | 294.118 CHF |
| 2 | Audemars Piguet | 51.166 CHF |
| 3 | Patek Philippe | 47.413 CHF |
| 4 | Vacheron Constantin | 38.997 CHF |
| 5 | Breguet | 35.246 CHF |
| 6 | Blancpain | 20.880 CHF |
| 7 | Hublot | 20.312 CHF |
| 8 | Chopard | 16.093 CHF |
| 9 | Girard-Perregaux | 15.600 CHF |
| 10 | Zenith | 15.565 CHF |
| 11 | Piaget | 14.848 CHF |
| 12 | Rolex | 13.968 CHF |
| 13 | Jaeger-LeCoultre | 8.881 CHF |
| 14 | Breitling | 7.142 CHF |
| 15 | Omega | 6.822 CHF |
| 16 | IWC | 6.432 CHF |
| 17 | Tudor | 4.109 CHF |
| 18 | TAG Heuer | 2.710 CHF |
| 19 | Oris | 2.296 CHF |
| 20 | Mido | 2.131 CHF |
| 21 | Hamilton | 2.014 CHF |
| 22 | Rado | 1.975 CHF |
| 23 | Longines | 1.923 CHF |
| 24 | Raymond Weil | 1.597 CHF |
| 25 | Certina | 853 CHF |
| 26 | Tissot | 465 CHF |
| 27 | Swatch | 133 CHF |
Zwei Dinge sind dabei zu beachten. Der Wert ist über die verkaufte Menge gemittelt, nicht der Einstiegspreis einer Kollektion: Tissot kommt auf 465 Franken, weil von 2,48 Millionen verkauften Uhren die meisten einfache Quarzmodelle sind, während die mechanischen Reihen deutlich darüber liegen. Und er gilt vor Steuern, im deutschen Handel kommt die Mehrwertsteuer hinzu.
Für die Einordnung taugt die Zahl trotzdem besser als jedes Gefühl. Hamilton, Mido, Rado, Longines und Oris liegen mit ihrem Durchschnitt zwischen 1.900 und 2.300 Franken und damit klar im gehobenen Bereich, TAG Heuer mit 2.710 Franken darüber.
Die wichtigsten Schweizer Uhrenmarken im Porträt
Die Reihenfolge folgt dem Umsatz-Ranking. Die Preisklasse steht jeweils darunter, wie sie sich aus dem durchschnittlichen Endkundenpreis ergibt.
Rolex
Rolex wurde 1905 von Hans Wilsdorf gegründet und sitzt heute in Genf. In den 1930er Jahren schrieb Rolex als eine der ersten Marken den Namen aufs Zifferblatt, in den 1940ern kam die fünfzackige Krone dazu. Mit Submariner, Daytona und GMT-Master hat das Haus Modelle geschaffen, die den Zweitmarkt bis heute bestimmen. Rolex gehört einer Stiftung und ist die mit Abstand größte Marke der Branche.
Audemars Piguet
Audemars Piguet wurde 1875 gegründet und sitzt in Le Brassus. Bekanntestes Modell ist die Royal Oak, 1972 von Gérald Genta entworfen und die erste Luxus-Sportuhr aus Edelstahl. Die kräftigere Royal Oak Offshore trug Arnold Schwarzenegger in „End of Days“ und „Terminator 3“.
Patek Philippe
Patek Philippe ist eine selbstständige Uhrenmanufaktur, 1839 gegründet, mit Sitz in Genf. Für viele Sammler ist es die begehrenswerteste Uhrenmarke der Welt. Neue Modelle sind kaum zu bekommen, selbst zahlungskräftige Kunden warten oft Jahre, um überhaupt auf die Warteliste zu gelangen.
Omega
Omega wurde 1848 von Louis Brandt gegründet und sitzt in Biel. Mit der Speedmaster brachte der Hersteller die erste Uhr auf den Mond, mit der Seamaster löste er die Rolex Submariner als Bond-Uhr ab. Omega gehört zur Swatch Group und erwirtschaftet dort rund 80 Prozent des Betriebsgewinns der Uhrensparte.
Richard Mille
Die jüngste Marke dieser Runde wurde 1999 gegründet und baut Uhren aus Karbon, Titan und Saphir, die vor allem von Sportlern getragen werden. Trotz kleiner Stückzahlen gehört Richard Mille inzwischen zu den sechs Schweizer Marken mit über einer Milliarde Franken Umsatz.
Longines
Longines wurde 1832 gegründet und sitzt in Saint-Imier. Mit einer Eintragung von 1893 ist es die älteste durchgehend registrierte Uhrenmarke der Welt. Früh widmete sich das Haus der Zeitmessung im Sport und bei Expeditionen und entwickelte für Charles Lindbergh eine Uhr zur Längengradbestimmung. Longines gehört zur Swatch Group und fiel 2025 aus dem Kreis der Marken mit über einer Milliarde Umsatz.
Vacheron Constantin
Die 1755 gegründete Manufaktur trägt den Titel der ältesten ununterbrochen tätigen Uhrenmanufaktur der Welt. Gegründet von Jean-Marc Vacheron in Genf, sitzt sie heute in Plan-les-Ouates und gehört seit 1996 zu Richemont. Bekannt ist sie für extrem komplizierte Uhren wie die Grande Complication.
Breitling
Breitling wurde 1884 gegründet und sitzt in Grenchen. Als Ausstatter der Royal Air Force und der US Army Air Force konzentrierte sich das Haus im Zweiten Weltkrieg auf Pilotenuhren. Bekanntestes Modell ist der Fliegerchronograph Navitimer von 1952. Mit der Emergency stellte Breitling 1995 eine Uhr mit echtem Notrufsender vor, die wir bei den Survival-Uhren einordnen.
Tissot
Tissot wurde 1853 gegründet und sitzt in Le Locle. Die Marke gilt vielen als bester Einstieg in die mechanische Schweizer Uhr. Die Chemin des Tourelles steht für die klassische Linie, die PRX für das Integralarmband der 1970er Jahre. Welche Werkdaten beim Vergleich von Automatikuhren zählen, zeigt unsere Typenberatung.
Tissot Herren Analog Automatisch Armbanduhr Chemin des Tourelles
Tissot Herren Analog Automatik Armbanduhr PRX Swiss Made
Tissot Herren Chronograph Automatik Armbanduhr Chemin des Tourelles
TAG Heuer
TAG Heuer wurde 1860 gegründet und sitzt in La Chaux-de-Fonds. Bekannt wurde die Marke mit sportlichen Chronographen, allen voran der Carrera und der Monaco, die Steve McQueen im Film „Le Mans“ trug. Seit 1999 gehört TAG Heuer zu LVMH.
TAG Heuer Aquaracer WAY201F.BA0927 - Herren Armbanduhr mit Automatik Kalibre 7 GMT, 43 mm Stahlgehäuse, Wasserdicht bis 300 m, Silber Lünette und Band
Die Aquaracer mit zweiter Zeitzone: Der rote Zeiger läuft gegen die 24-Stunden-Skala der blau-roten Keramiklünette, das gestreifte Zifferblatt greift das Muster der Kollektion auf. Automatikwerk im Stahlgehäuse, bis 300 Meter wasserdicht.
- Automatik, Kaliber 7 GMT
- 43 mm Durchmesser
- zweite Zeitzone
- 30 bar wasserdicht
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Zum AngebotIWC
Die International Watch Company wurde 1868 in Schaffhausen gegründet, wo sie bis heute sitzt. Bekannt ist sie für Portugieser, Portofino, Aquatimer und ihre Fliegeruhren. IWC gehört seit 2000 zu Richemont.
IWC IW371446 Herren-Armbanduhr
Der Portugieser Chronograph in seiner bekanntesten Ausführung: silbernes Zifferblatt, blaue arabische Ziffern, zwei Zähler und bewusst kein Datumsfenster. Angetrieben wird er vom Automatikkaliber 79350, dem Vorgänger des heutigen Manufakturwerks.
- Automatik-Chronograph, Kaliber 79350
- 40,9 mm Durchmesser
- Alligatorlederband
- 3 bar wasserdicht
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Zum AngebotJaeger-LeCoultre
Jaeger-LeCoultre geht auf die 1833 von Antoine LeCoultre gegründete Werkstatt zurück und sitzt in Le Sentier. Besondere Modelle sind der mechanische Armbandwecker Memovox und die Reverso mit ihrem Wendegehäuse, das ursprünglich das Glas beim Polospiel schützen sollte. Die Manufaktur gehört zu Richemont.
Swatch
Swatch wurde 1983 gegründet und rettete die Schweizer Uhrenindustrie, indem es die Uhr zum Modeartikel machte: günstige Quarzuhren aus Kunststoff, mehrmals im Jahr in neuer Kollektion. Der Erfolg wurde manchem etablierten Hersteller zum Verhängnis, viele davon gehören heute zur Swatch Group. Mit der MoonSwatch, gemeinsam mit Omega entwickelt, gelang 2022 ein zweites Massenphänomen.
Swatch Blue Sky Man Watch von Vassily Kandinsky (Ø 41 mm)
Swatch Omega x Moon Mission to Pluto Speedmaster Uhr, Bordeaux, Unisex, Beige und Burgund, modern
Swatch Armbanduhr Moonswatch Omega x 1965 aus Biokeramik, grau
Hublot
Hublot ist mit Gründungsjahr 1980 eine junge Marke und sitzt in Nyon. Den Durchbruch brachten Jean-Claude Biver als Chef und die Big Bang, die Materialien wie Karbon, Keramik und Kautschuk in die Luxusklasse holte. Seit 2008 gehört Hublot zu LVMH.
Tudor
Tudor wurde 1926 von Rolex-Gründer Hans Wilsdorf als günstigere Schwestermarke eingetragen und gehört bis heute zu Rolex. Nach Jahren im Schatten ist Tudor seit der Rückkehr der Black Bay 2012 wieder eine der wachsenden Marken der Branche und steht inzwischen auf Platz 17 der Umsatzliste.
Chopard
Chopard wurde 1860 von Louis-Ulysse Chopard gegründet, sitzt in Genf und ist seit 1963 im Besitz der deutschen Familie Scheufele. Die anspruchsvollen Uhren laufen unter dem Kürzel L.U.C, den Initialen des Gründers. Neben Uhren fertigt Chopard Schmuck in großem Umfang.
Franck Muller
Franck Muller gründete das Haus 1991 gemeinsam mit Vartan Sirmakes in Genthod bei Genf und gehört damit zu den wenigen jüngeren Manufakturen, die es in die erste Reihe geschafft haben. Bekannt ist die Marke für das tonneauförmige Cintrée-Curvex-Gehäuse und die Crazy-Hours-Uhr, bei der die Stundenziffern in scheinbar zufälliger Reihenfolge auf dem Zifferblatt stehen.
Blancpain
Blancpain führt seine Wurzeln auf Jehan-Jacques Blancpain und das Jahr 1735 zurück und gehört heute ebenfalls zur Swatch Group. Die Taucheruhr Fifty Fathoms von 1953 gilt neben der Rolex Submariner als eine der ersten modernen Taucheruhren, und bis heute ist umstritten, welche von beiden zuerst da war.
Piaget
Piaget wurde 1874 von Georges Edouard Piaget in La Côte-aux-Fées gegründet und gehört heute zu Richemont. Mitte des vorigen Jahrhunderts spezialisierte sich das Haus auf ultraflache Werke: Das Kaliber 9P von 1957 war mit 2 Millimetern Höhe das flachste mechanische Uhrwerk der Welt. Seither liefert sich Piaget bei besonders flachen Uhren ein Rennen um Rekorde.
Rado
Rado wurde 1917 gegründet und gehört seit 1983 zur Swatch Group. Die Marke steht für kratzfeste Materialien: 1962 kam mit der DiaStar eine Uhr mit Hartmetall-Lünette, ab 1990 folgten die Ceramica-Modelle aus Hochleistungskeramik. Preislich bewegt sich Rado im mittleren bis oberen Bereich dieser Klasse.
Breguet
Montres Breguet mit Sitz in L’Abbaye geht auf Abraham-Louis Breguet zurück, der das Haus 1775 gründete und das Tourbillon erfand. Zu den historischen Kunden zählten Napoléon Bonaparte und Winston Churchill. Heute gehört Breguet zur Swatch Group.
Mido
Mido wurde 1918 gegründet und nimmt Bauwerke zum Vorbild: Die Multifort geht auf die Sydney Harbour Bridge zurück, die Ocean Star ist die Taucherlinie. Alle mechanischen Modelle tragen Werke aus dem Swatch-Konzern.
MIDO Ocean Star 200 M0269301101100 Herren Automatikuhr
Mido Multifort TV Big Date M0495261708100 Automatik Herrenuhr mit Band
MIDO Multifort TV Big Date M0495261708101 Herren Automatikuhr
Hamilton
Hamilton verbindet amerikanische Gestaltung mit Schweizer Technik. Die Khaki-Field-Reihe geht auf Militäruhren zurück, die Ventura mit ihrem dreieckigen Gehäuse war 1957 die erste elektrische Armbanduhr der Welt. Gegründet 1892 in Pennsylvania, fertigt Hamilton seit 2003 in Biel und gehört zur Swatch Group.
Hamilton Herren Analog Automatik Armbanduhr Jazzmaster Swiss Made
Hamilton Herren-Armbanduhr XL Analog Automatik Edelstahl H24615331
Hamilton Herren Analog Handaufzug Armbanduhr Khaki Field Mechanical
Zenith
Zenith wurde 1865 gegründet und ist bei Uhrenfans für das El Primero bekannt: Das Werk gewann 1969 das Rennen um den ersten automatischen Chronographen und schlägt mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Aufmerksamkeit brachte auch die Ausstattung von Felix Baumgartner beim Stratosphärensprung 2012. Seit 1999 gehört Zenith zu LVMH.
Raymond Weil
Raymond Weil gründete das Unternehmen 1976, es ist bis heute in Familienhand und damit eine der letzten unabhängigen Marken dieser Klasse. Der Sitz liegt in Lancy bei Genf, die Modellreihen tragen Namen aus der Musik wie Maestro, Toccata und Freelancer.
Certina
Die Brüder Adolf und Alfred Kurth gründeten Certina 1888, heute sitzt die Marke in Le Locle. Seit 1959 baut sie nach dem DS-Prinzip, das Werk und Glas zusätzlich gegen Stöße und Wasser sichert. Certina gehört wie Tissot zur Swatch Group und nutzt deren Powermatic-Werke mit langer Gangreserve.
Certina Herren-Armbanduhr XL Analog Automatik Leder C026.407.16.037.00
Certina Herren-Zertifikat DS-1 kleines zweites automatisches Datum (Ø 41 mm)
Certina Damen-Armbanduhr XS Analog Automatik Edelstahl C025.207.11.038.00
Girard-Perregaux
Girard-Perregaux wurde 1791 gegründet und sitzt in La Chaux-de-Fonds. Das Haus zählt zu den frühen Herstellern von Militäruhren und ist für die Drei Goldenen Brücken bekannt, eine Werkarchitektur von 1889. Nachdem die Marke jahrelang zum Kering-Konzern gehörte, verkaufte dieser sie 2022 zusammen mit Ulysse Nardin an das eigene Management.
Oris
Oris wurde 1904 in Hölstein gegründet und ist eines der wenigen unabhängigen Häuser dieser Preisklasse. Die Marke baut ausschließlich mechanische Uhren und hat mit dem Kaliber 400 ein eigenes Werk mit fünf Tagen Gangreserve entwickelt. Erkennungszeichen ist die rote Rotorschraube.
Weitere Schweizer Uhrenmarken im Porträt
Diese Marken stehen weiter unten im Ranking oder gar nicht darin, sind im deutschen Handel aber gut erhältlich. Wer Schweizer Markenuhren online kaufen will, findet hier die meisten lieferbaren Modelle.
Zwei Namen führen wir dabei mit Einschränkung. Invicta wurde 1837 in La Chaux-de-Fonds gegründet, wird heute aber von Florida aus geführt und in Asien produziert. Gigandet ging aus einer Tramelaner Uhrenfabrik hervor, die 1999 geschlossen wurde. Seit der Neueintragung 2011 sitzt die Marke in Deutschland. Beide sind damit keine Schweizer Hersteller von Armbanduhren mehr, tauchen wegen ihrer Herkunft aber regelmäßig in Listen wie dieser auf.
Baume & Mercier
1830 gründeten die Brüder Louis-Victor und Célestin Baume den Vorläufer des Hauses, das seit 1918 Baume & Mercier heißt. Die Marke sitzt in Genf und gehört zu Richemont. Die Clifton-Reihe prägt heute das Bild.
Carl F. Bucherer
Carl Friedrich Bucherer eröffnete 1888 ein Fachgeschäft für Uhren und Schmuck in Luzern. Bis heute entstehen dort Uhren mit eigenen Manufakturwerken, darunter ein Kaliber mit Peripherie-Rotor, bei dem der Aufzug am Rand des Werks läuft und den Blick auf die Mechanik freigibt.
Maurice Lacroix
Die erste Uhr unter dem Namen Maurice Lacroix erschien um 1975, 2001 wurde die Marke als eigenes Unternehmen ausgegründet. Bekannt wurde sie als eine der ersten mit gläsernem Gehäuseboden, der den Blick auf das Werk freigab, ohne die Uhr zu öffnen. Heute prägt die Aikon-Reihe das Bild.
Ebel
Ebel wurde 1911 von Eugène Blum und Alice Lévy gegründet, deren Initialen den Markennamen ergeben: Eugène Blum et Lévy. Die Marke sitzt in La Chaux-de-Fonds und gehört heute zum amerikanischen Movado-Konzern. Prägend ist die Wave mit ihrem Wellenarmband.
Davosa
Davosa aus Tramelan baut Taucher- und Fliegeruhren mit mechanischen Werken. Bekanntestes Modell ist die Ternos, eine Taucheruhr mit Drehlünette in mehreren Größen und Farbvarianten.
DAVOSA TERNOS Diver 16155050 Herren Automatikuhr
Davosa Herrenuhr 16155540
DAVOSA TERNOS Diver 16155205 Herren Automatikuhr
Delma
Delma wurde 1924 in Lengnau gegründet und hat sich auf Taucheruhren mit hoher Druckfestigkeit spezialisiert. Modelle wie die Shell Star und die Blue Shark erreichen mehrere hundert Meter Wasserdichtigkeit.
Edox
Edox wurde 1884 gegründet und sitzt in Les Genevez. Die Marke ist eng mit Motorsport und Offshore-Regatten verbunden, was sich in Reihen wie Chronorally und Grand Ocean niederschlägt.
CODE41
CODE41 wurde 2016 in Lausanne gegründet und verkauft direkt an Kunden. Die Marke legt für jedes Modell offen, welcher Anteil der Wertschöpfung wo entsteht, und benennt dabei auch die Fertigungsanteile außerhalb der Schweiz. Das ist in der Branche unüblich und hat der Marke viel Aufmerksamkeit gebracht.
Victorinox
Victorinox stellt seit 1884 Schweizer Taschenmesser her und baut seit 1989 auch Uhren. Die Modelle sind auf Robustheit ausgelegt, die I.N.O.X. übersteht nach Herstellerangaben 130 Härtetests.
Victorinox Herren Armbanduhr FieldForce Sport GMT Ø 42 mm, Swiss Made Analog Quarz, Wasserdicht bis 100 m, Kautschuk-Armband, Schwarz/Orange
Victorinox Herren Armbanduhr Journey 1884 Ø 43 mm, Swiss Made, Analog Quarz, Wasserdicht bis 200 m, Kautschuk-Armband, Blau
Victorinox Herren Armbanduhr I.N.O.X. Ø 43 mm, Swiss Made, Analog Quarz, Wasserdicht bis 200 m, Saphirglas, Kautschuk-Armband, Schwarz
Wenger
Wenger stammt ebenfalls vom Taschenmesser ab und gehört seit 2005 zu Victorinox. Die Marke bleibt beim einfachen, robusten Gebrauchsmodell, die Seaforce ist die bekannteste Reihe.
WENGER Herren Armbanduhr Seaforce, Ø 43 mm, Swiss Made, Analog Quarz, Wasserdicht bis 200 m, Silikon-Armband, Schwarz/Rot, 01.0641.144
WENGER Herren Armbanduhr Seaforce, Ø 43 mm, Swiss Made, Analog Quarz, Wasserdicht bis 200 m, Silikon-Armband, Schwarz/Grün, 01.0641.143
WENGER Herren Armbanduhr Terragraph, Ø 43 mm, Swiss Made, Analog Quarz, Wasserdicht bis 100 m, Leder-Armband, Schwarz, 01.0541.121
Swiss Alpine Military
Swiss Alpine Military entsteht seit 1998 bei Grovana und liefert Chronographen im Militärstil mit 10 ATM Wasserdichtigkeit. Die Werke sind Schweizer Quarzkaliber, die Gehäuse fallen bewusst groß aus.
Swiss Alpine Military Herren Uhr Chronograph Analog Quarz 7078.9537SAM Leder
Swiss Alpine Military by Grovana Herrenuhr Chrono 10 ATM Black 7043.9137SAM
Swiss Alpine Military Herren Uhr Analog Quarz 7052.1133SAM Edelstahl
Welche Konzerne hinter den Marken stehen
Die meisten bekannten Schweizer Marken sind heute Teil einer Gruppe. Das erklärt, warum Uhren verschiedener Marken oft dieselben Werke tragen.
- Swatch Group: Omega, Longines, Tissot, Certina, Mido, Hamilton, Rado, Swatch, Blancpain, Breguet, Glashütte Original, Harry Winston und Jaquet Droz. Omega erwirtschaftet inzwischen rund 80 Prozent des Betriebsgewinns der Uhrensparte.
- Richemont: Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Piaget, Vacheron Constantin, Panerai, Baume & Mercier, Roger Dubuis und A. Lange & Söhne.
- LVMH: TAG Heuer, Hublot, Zenith und Bulgari.
- Unabhängig: Rolex gehört einer Stiftung, Patek Philippe der Familie Stern, Audemars Piguet den Gründerfamilien. Auch Chopard, Oris, Raymond Weil und Richard Mille sind in Familien- oder Eigentümerhand. Breitling wird seit 2022 mehrheitlich von der Beteiligungsgesellschaft Partners Group gehalten, CVC hält weitere 23,6 Prozent.
Swiss made: was das Siegel wirklich verlangt
Die Bezeichnung ist gesetzlich geschützt, aber weniger streng, als viele annehmen. Seit dem 1. Januar 2017 gilt die verschärfte Fassung: Mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten müssen in der Schweiz anfallen, dazu müssen technische Entwicklung und Zusammenbau im Land stattfinden. Vorher genügte es, dass die Hälfte des Uhrwerkwerts aus der Schweiz stammte.
Für die verbleibenden 40 Prozent gibt es keine Herkunftsvorgabe. Gehäuse, Zifferblätter, Armbänder und Bauteile aus Asien sind also zulässig, ohne dass das Siegel entfällt. Wer wissen will, wie tief eine Marke tatsächlich in der Schweiz fertigt, muss auf die Angaben zum Werk achten und darauf, ob eine Marke von eigener Manufaktur spricht oder von zugekauften Kalibern. Welche Anbieter hinter verbreiteten Schweizer Kalibern stehen, zeigt unsere Übersicht der Uhrwerke-Hersteller.
Geschichte der Schweizer Uhren und Uhrenmarken
Kaum ein Land wird so mit Uhren verbunden wie die Schweiz. Der Ruf ist über vier Jahrhunderte gewachsen und hat dabei mindestens eine Krise überstanden, die die Branche fast ausgelöscht hätte.
Im 16. Jahrhundert: von Genf in die ganze Welt
Die Geschichte beginnt Mitte des 16. Jahrhunderts in Genf, wo sich eine hohe Dichte an Uhrmacherwerkstätten bildete. Von dort breitete sich das Handwerk entlang des gesamten Jurabogens bis nach Basel aus. Am Ende des 18. Jahrhunderts exportierte die Schweiz bereits rund 60.000 Uhren im Jahr, ein eigenständiger Wirtschaftszweig war entstanden.
Viele der bis heute gültigen Erfindungen stammen aus dieser Tradition: das Tourbillon, die Breguet-Spirale und der Chronograph gehen auf Schweizer Uhrmacher zurück.
1970 bis 1985: die Quarzkrise
Ab etwa 1970 geriet die Branche in eine existenzbedrohende Lage, als günstige japanische Quarzuhren den Markt übernahmen. Zahlreiche traditionsreiche Manufakturen schlossen, die Beschäftigtenzahl brach ein. Die Rettung kam von zwei Seiten: mit der Swatch, die 1983 die Uhr als billigen Modeartikel neu erfand, und mit der Rückkehr der Nachfrage nach mechanischen Uhren ab Mitte der 1980er Jahre.
Heute: Konzentration auf wenige Namen
Gefertigt wird vor allem in den Kantonen Bern, Neuenburg, Jura, Solothurn, Waadt und Genf. Der weit überwiegende Teil der Produktion geht in den Export, womit die Uhrenindustrie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes zählt.
Die Entwicklung der letzten Jahre geht dabei klar in eine Richtung: Die großen Marken wachsen, die kleinen verlieren. Für Käufer heißt das, dass die Auswahl im mittleren Preisbereich zwar breit bleibt, die Aufmerksamkeit sich aber auf immer weniger Namen konzentriert.
Häufige Fragen zu Schweizer Uhrenmarken
Welche Schweizer Uhrenmarken gibt es?
Über dem Preis von 20.000 Euro stehen Patek Philippe, Audemars Piguet, Vacheron Constantin, Breguet, Blancpain, Richard Mille, Hublot und Franck Muller. Im Luxusbereich folgen Rolex, Omega, IWC, Breitling, TAG Heuer, Tudor, Zenith, Piaget, Jaeger-LeCoultre und Chopard. Bezahlbar wird es bei Longines, Tissot, Certina, Hamilton, Mido, Oris, Rado, Maurice Lacroix, Raymond Weil, Davosa, Edox und Delma. Darunter liegen Swatch, Victorinox, Wenger und Swiss Alpine Military.
Welche Schweizer Uhrenmarke ist die größte?
Rolex, mit deutlichem Abstand. Morgan Stanley und LuxeConsult schätzen den Umsatz für 2025 auf rund 11 Milliarden Franken, was etwa einem Drittel des gesamten Schweizer Uhrenmarkts entspricht. Dahinter folgen Audemars Piguet, Patek Philippe, Omega und Richard Mille. Sie sind zusammen mit Rolex die einzigen Schweizer Marken über einer Milliarde Franken.
Was bedeutet Swiss made bei Uhren?
Seit dem 1. Januar 2017 müssen mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, davor waren es 50 Prozent des Uhrwerkwerts. Zusätzlich müssen die technische Entwicklung und der Zusammenbau in der Schweiz stattfinden. Die restlichen 40 Prozent dürfen aus jedem Land kommen, Bauteile aus Asien eingeschlossen.
Welche Schweizer Uhr ist für Einsteiger geeignet?
Zwischen 500 und 2.000 Euro bekommst du bei Tissot, Certina, Hamilton, Mido und Longines eine Schweizer Automatikuhr mit Saphirglas. Certina und Mido nutzen Werke der Powermatic-Familie mit langer Gangreserve. Unter 500 Euro bleiben Swatch, Victorinox und Wenger, dort überwiegen Quarzwerke.
Wem gehören die Schweizer Uhrenmarken?
Ein großer Teil verteilt sich auf drei Konzerne. Zur Swatch Group gehören unter anderem Omega, Longines, Tissot, Certina, Mido, Hamilton, Rado, Blancpain und Breguet. Richemont führt IWC, Jaeger-LeCoultre, Piaget, Vacheron Constantin, Baume & Mercier und Roger Dubuis. Bei LVMH liegen TAG Heuer, Hublot und Zenith. Unabhängig geblieben sind unter anderem Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet, Chopard, Oris und Franck Muller.
Wie viele Uhren produziert die Schweiz?
Nach Stückzahl ist der Anteil klein: Rund 16 Millionen Uhren jährlich stehen etwa einer Milliarde weltweit gefertigter Uhren gegenüber. Beim Wert dreht sich das Bild, dort führt die Schweiz den Weltmarkt mit weitem Abstand an.
