Eine Skelettuhr zeigt, was sonst hinter dem Zifferblatt verborgen bleibt: das arbeitende Werk. Diese Übersicht zeigt die Modelle, die im deutschen Handel tatsächlich lieferbar sind, und erklärt den Unterschied zwischen einer voll skelettierten Uhr und einem Open-Heart-Fenster.
Uhren mit sichtbarem Uhrwerk sind kein Nischenprodukt mehr. Was früher der Manufaktur vorbehalten war, bauen heute auch Marken der Einstiegs- und Mittelklasse, und der Preisunterschied zu einer geschlossenen Automatikuhr ist gering. Worin sich die Modelle unterscheiden, ist vor allem, wie viel sie öffnen.
Die besten Skelettuhren bekannter Uhrenmarken
Die folgenden Marken führen skelettierte Uhren dauerhaft im Programm und nicht nur als einzelnes Sondermodell. Alle gezeigten Uhren tragen ein Automatikwerk.
Ingersoll Skelettuhr
Ingersoll hat von allen hier genannten Marken das breiteste Angebot. Die Reihen tragen amerikanische Namen und decken mehrere Gehäuseformen ab: The Herald ist die runde Bauform, The Ollie eckig, The Challenger ein Tonneau-Gehäuse, und The Jazz kombiniert das offene Werk mit einer Mondphasenanzeige. Die Gehäuse messen 40 bis 45 Millimeter.
Ingersoll The Herald Herren-Automatikuhr, 40 mm, mit skelettiertem Zifferblatt und echtem Lederarmband I00401B
Ingersoll The Ollie Herren-Automatikuhr, 42 mm, mit skelettiertem Zifferblatt und silbernem Edelstahlarmband
Ingersoll 1892 The Challenger Herren-Automatikuhr, 45 mm, mit schwarzem/silbernem Zifferblatt und schwarzem PU-Kunststoffarmband I12301
Ingersoll The Herald Herren-Automatikuhr, 40 mm, mit skelettiertem Zifferblatt und echtem Lederarmband I00403B
Ingersoll The Challenger Herren-Automatikuhr, 42 mm, mit schwarzem Sleketon-Zifferblatt und schwarzem PU/Alcantara-Armband
Ingersoll The Jazz Herren Uhr analog Automatik mit Edelstahl Armband I07703
Thomas Earnshaw Skelettuhr
Thomas Earnshaw öffnet das Zifferblatt am konsequentesten. Die Reihe ES-8225 lässt von der Fläche fast nichts stehen: Ein schmaler Ring trägt die Indizes, dahinter liegt das Werk frei. Dieselbe Reihe gibt es in mehreren Farben, wobei die Farbe auf dem Ring und nicht auf dem Werk sitzt. Das Modell Longitude Shadow setzt zusätzlich eine offene Unruh in die Zifferblattmitte.
Thomas Earnshaw Automatikuhr, ES-8225-04, goldfarben, modern, Gold, Modern
Thomas Earnshaw Automatische Uhr ES-8225-05
Thomas Earnshaw Automatikuhr ES-8225-07, Grau, Modern, Grau, Modern
Thomas Earnshaw Automatische Uhr ES-8225-02
Thomas Earnshaw Longitude Shadow skelettierte Automatikuhr für Herren – 42 mm Edelstahlgehäuse, Echtlederarmband, wasserdicht bis 50 m, Klares Schwarz – ES-8063-04
Stuhrling Skelettuhr
Stührling Original baut die klassische Variante: rundes Gehäuse, römische oder gar keine Ziffern, das Werk als Ornament in der Mitte. Auffällig sind die kontrastierenden Zeiger, meist in Blau oder Roségold, die auf dem offenen Werk ablesbar bleiben. Die Preisspanne innerhalb der Marke ist groß, obwohl sich die Modelle technisch kaum unterscheiden.
Stuhrling Original Herrenuhr, Skeleton Zifferblatt mit Lederband
Stuhrling Original Herren-Automatikuhr mit Skelett-Design, schwarzes Lederarmband
Stuhrling Original Herren-Automatikuhr mit Skelett-Design, Echtlederarmband und mechanischem Uhrwerk mit Selbstaufzug
Stuhrling Original Automatische Skelett-Armbanduhr für Herren mit Alligator-geprägtem Lederarmband und mechanischem automatischem Skelett-Uhrwerk
Stuhrling Original Herren Automatik-Selbstaufzug Luxuskleid Skeleton Dual Time Gold-Tone Armbanduhr 22 Jewels 47 mm Edelstahlgehäuse
Fossil Skelettuhr Herren
Fossil führt die skelettierten Modelle in den Reihen Grant und Townsman. Beide sind Automatikuhren mit einem weit geöffneten Zifferblatt, bei dem ein Ring mit römischen Ziffern stehen bleibt. Sie sind die zugänglichste Variante in dieser Übersicht, weil das Gehäusedesign dem der geschlossenen Fossil-Modelle entspricht.
Fossil Herrenuhr Grant, mechanisches Automatikwerk, 45mm Silbernes Edelstahlgehäuse mit Lederarmband, ME3099
Fossil Townsman Uhr für Herren, Automatikuhrwerk mit Edelstahl- oder Lederarmband, Dunkelbraun, 44MM
Festina Skelettuhr
Festina geht den zurückhaltenden Weg. Statt das ganze Zifferblatt zu öffnen, sitzt ein Ausschnitt in der unteren Hälfte, durch den die Unruh zu sehen ist. Das ist die Open-Heart-Bauweise: Die Uhr bleibt so gut ablesbar wie eine geschlossene und zeigt vom Werk nur das Bauteil, an dem die Bewegung sichtbar wird.
Festina Herren Automatikuhr aus Edelstahl 316L Silber Herren Analog Uhr - Saphirglas mit hoher Widerstandsfähigkeit - Wasserdicht bis 5 ATM F20534/1
Ein Automatikwerk hinter einem Milanaiseband und römischen Ziffern, von dem nur die Unruh freiliegt. Die blauen Zeiger heben sich vom silbernen Zifferblatt ab, was bei Open-Heart-Modellen wichtiger ist als bei geschlossenen: Der Ausschnitt nimmt der Ablesbarkeit sonst Kontrast.
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Zum AngebotFossil Skelettuhr Damen
Für Damen führt Fossil derzeit keine skelettierte Uhr im deutschen Handel. Die aktuellen Reihen Carlie und Raquel sind Quarzuhren mit geschlossenem Zifferblatt. Die früheren skelettierten Damenmodelle liefen unter den Referenzen ME3054 und ME3055 sowie in der ME31-Reihe. Wer sie sucht, findet sie über diese Nummern auf dem Gebrauchtmarkt.
Als lieferbare Alternative bleiben die kleineren Gehäuse der anderen Marken. Die Modelle von Thomas Earnshaw und Stührling messen 40 bis 42 Millimeter und fallen damit größer aus, als eine klassische Damenuhr geschnitten ist. Ingersoll baut mit The Catalina ein 38-Millimeter-Gehäuse, dieses Modell ist allerdings nicht skelettiert.
Rotary Skelettuhr
Auch Rotary führt derzeit keine skelettierte Uhr im deutschen Handel. Die lieferbaren Automatikmodelle der Marke, darunter die Heritage-Reihe, haben geschlossene Zifferblätter. Die früheren Skelettmodelle stammen aus der GS-Reihe, etwa GS05350 und GS05420. Beide sind gebraucht noch zu finden.
Skeleton, Open Heart oder Sichtboden
Im Handel stehen drei verschiedene Bauweisen unter demselben Schlagwort, und sie unterscheiden sich erheblich darin, wie viel sie zeigen.
- Voll skelettiert. Das Zifferblatt fehlt fast vollständig, und auch das Werk selbst ist ausgesägt: Von Platinen und Brücken bleibt nur stehen, was die Stabilität verlangt. Man sieht durch die Uhr hindurch. Die Ablesbarkeit leidet, weil die Zeiger vor einem unruhigen Hintergrund stehen.
- Open Heart. Ein einzelnes Fenster gibt den Blick auf die Unruh frei, meist bei der Zwölf oder der Neun. Der Rest bleibt geschlossen. Diese Variante ist der Kompromiss und im Einstiegssegment am weitesten verbreitet.
- Sichtboden. Das Werk ist nur von hinten durch ein Glas im Gehäuseboden zu sehen. Von vorne ist die Uhr eine gewöhnliche Automatikuhr. Streng genommen ist das keine Skelettierung, wird aber oft mit demselben Begriff beworben.
Beim Kauf lohnt deshalb der Blick auf das Produktfoto statt auf die Bezeichnung. Der Begriff Skeleton steht bei dieser Warengruppe besonders oft auch dann im Titel, wenn nur ein Sichtboden verbaut ist.
Wie eine Skelettuhr entsteht
Damit das Werk sichtbar wird, muss Material weg. Bei industriell gefertigten Uhren geschieht das durch Stanzen und Fräsen: Die Platine wird von vornherein mit Aussparungen gefertigt. Bei aufwendigeren Modellen wird das Werk von Hand ausgesägt, und der Uhrmacher nimmt so viel Metall heraus, wie die Konstruktion trägt, ohne dass sich die Gangwerte verschlechtern.
Danach folgt die Finissage, der Veredelungsschritt. Kanten werden angliert, also abgeschrägt und poliert, Flächen bekommen Schliffmuster, Schrauben werden gebläut. Dieser Arbeitsgang unterscheidet ein Manufakturwerk am deutlichsten von einem Serienwerk und erklärt den größten Teil des Preisunterschieds. Ein ausgesägtes Standardkaliber sieht auf dem Produktfoto ähnlich aus, hält der Lupe aber nicht stand.
Die Skelettierung ist dabei kein moderner Einfall. Skelettierte Tischuhren gab es bereits um 1750, ihre Werke standen unter einem Glassturz. Zu den bekanntesten Sammlern skelettierter Taschenuhren zählte Marie Antoinette, und ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen einzelne Schweizer Fabrikanten sie in Serie.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Skelettuhren sind Automatikuhren, und die üblichen Kriterien gelten unverändert. Drei Punkte sind bei dieser Bauform aber eigen:
- Ablesbarkeit. Je mehr geöffnet ist, desto schwerer sind die Zeiger vom Hintergrund zu unterscheiden. Kontrastierende Zeiger und ein stehen gebliebener Indexring helfen, ein durchgehend offenes Zifferblatt mit dünnen Zeigern ist im Alltag anstrengend.
- Wasserdichtigkeit und Robustheit. Die meisten Modelle liegen bei 3 bis 5 bar. Das reicht für Regen und Händewaschen, nicht fürs Schwimmen. Auch gegen Stöße ist eine Skelettuhr weniger gut gerüstet als eine geschlossene: Wo Zifferblatt und Werksdeckel fehlen, fehlt Material, das Erschütterungen sonst aufnimmt. Als Uhr für die Baustelle oder den Sport ist diese Bauform nicht gedacht.
- Werk und Gangreserve. Verbaut sind fast überall japanische oder chinesische Standardkaliber mit 40 Stunden Gangreserve. Welche Marke draufsteht, sagt über das Werk wenig — mehr dazu steht in unserer Übersicht der Uhrwerke und ihrer Hersteller.
Wer eine Skelettuhr günstig sucht, findet sie am ehesten bei den Marken oben und nicht bei No-Name-Anbietern. Der Grund ist nicht die Qualität des Werks, das überall ähnlich ist, sondern die Verarbeitung von Gehäuse, Glas und Band. Was eine Automatikuhr in dieser Preisklasse leisten kann, steht ausführlich in unserem Beitrag zu mechanischen Uhren bis 500 Euro.
Skelettierte Tisch-, Wand- und Taschenuhren
Nicht jede skelettierte Uhr wird am Handgelenk getragen. Die Bauweise gibt es in drei weiteren Gattungen, und dort ist sie sogar älter als bei der Armbanduhr.
- Skelettierte Tischuhren zeigen ihre Arbeit durch schmale Platinen und stehen häufig unter einem Glassturz, der das Werk zusätzlich in Szene setzt.
- Skelettierte Wanduhren sind meist minimalistisch gehalten. Statt eines Zifferblatts tragen sie nur einen schmalen Ziffernring.
- Skelettierte Taschenuhren waren im 19. Jahrhundert das Prunkstück des Uhrmacherhandwerks und sind heute vor allem ein Sammelgebiet.
Häufige Fragen zu Skelettuhren
Was ist eine Skelettuhr?
Eine Uhr, bei der das Zifferblatt ganz oder teilweise fehlt, sodass das arbeitende Werk sichtbar bleibt. Bei der vollen Skelettierung wird zusätzlich das Werk selbst ausgesägt: Platinen und Brücken werden so weit weggenommen, wie es die Stabilität zulässt. Der Begriff wird im Handel auch für die englische Schreibweise Skeleton verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen Skeleton und Open Heart?
Open Heart bezeichnet ein einzelnes Fenster im Zifferblatt, meist bei der Zwölf oder der Neun, durch das die schwingende Unruh zu sehen ist. Der Rest des Zifferblatts bleibt geschlossen und gut ablesbar. Eine Skeleton-Uhr öffnet dagegen die ganze Fläche. Open Heart ist der Kompromiss für alle, denen eine volle Skelettierung zu unruhig ist.
Sind Skelettuhren immer Automatikuhren?
Fast immer, denn der Sinn der Bauweise ist die sichtbare Mechanik. Ein Quarzwerk besteht aus einer Platine mit Batterie und Schrittmotor und gibt optisch wenig her. Es gibt Quarzmodelle mit skelettiertem Zifferblatt, dort sieht man aber kein arbeitendes Räderwerk.
Was kostet eine gute Skelettuhr?
Die Modelle bekannter Marken mit Automatikwerk liegen im deutschen Handel überwiegend im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Darunter finden sich vor allem Uhren ohne Markenhistorie, darüber beginnt die Handarbeit: Ein von Hand ausgesägtes und graviertes Werk ist der Grund, warum Manufakturmodelle ein Vielfaches kosten.
Sind Skelettuhren empfindlich?
Sie sind nicht empfindlicher als andere Automatikuhren, aber offener. Wo Zifferblatt und Werksdeckel fehlen, liegt mehr Fläche hinter dem Glas frei, und Staub fällt eher auf. Die Wasserdichtigkeit liegt bei den meisten Modellen bei 3 bis 5 bar, also Spritzwasser, nicht Schwimmen.
Welche Marken bauen bezahlbare Skelettuhren?
Im deutschen Handel sind vor allem Ingersoll, Thomas Earnshaw, Stührling Original und Fossil vertreten. Festina baut Open-Heart-Modelle mit sichtbarer Unruh. Rotary und die Damenlinien von Fossil hatten skelettierte Modelle im Programm, die derzeit nicht lieferbar sind.
