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Die besten Einzeigeruhren und deren Geschichte: Von Botta bis MeisterSinger

Einzeigeruhren basieren auf einem simplen Prinzip: Sie reduzieren die Zeitanzeige auf das absolute Minimum und üben durch diese Simplifizierung auf viele Uhrenbegeisterte eine große Anziehungskraft aus.

Das Konzept dieser Uhren lässt sich auf die Entwicklung und die Funktionsweise der allerersten Uhren überhaupt zurückführen. Dennoch wurden Einzeigeruhren erst Mitte der 90er Jahre wiederentdeckt, als der deutsche Industriedesigner Klaus Botta einen Trend auslöste, dem auch andere Uhrenhersteller folgten. Erfahre hier mehr über die Geschichte der Einzeigeruhren, entdecke die besten Modelle und lerne über deren Funktionsweise.

Funktionsweise von Einzeigeruhren

Die Funktion einer Einzeigeruhr ist einfach erklärt. Der einzig vorhandene Zeiger wandert kontinuierlich im Uhrzeigersinn und absolviert die volle Umrundung dabei entweder in 12 oder in 24 Stunden (manchmal auch in 6 Stunden*). Man unterscheidet also vor allem zwischen 12h-Einzeigeruhren und 24h-Einzeigeruhren. Bei der Umrundung in 12 Stunden entspricht die Funktionsweise dem Stundenzeiger einer normalen Uhr – jedoch mit dem Unterschied, dass der Zeiger wesentlich länger ist, um eine genauere Zeitangabe zu ermöglichen. Bei diesen Uhren gibt es dann pro Tag zwei volle Umrundungen: Einmal von 0 bis 12 Uhr und einmal von 12 bis 24 Uhr. Daneben gibt es auch Modelle von Einzeigeruhren die langsamer laufen. Hier erfolgt nur eine Umrundung in 24 Stunden.

* Vereinzelt existieren Fabrikate, die eine Umrundung bereits in 6 Stunden absolvieren. An einem Tag finden somit 4 Rundläufe statt.

Die Funktionsweise von 24h-Einzeigeruhren erklärt am Beispiel der Botta UNO 24.

Bei allen Modellen finden sich am Ziffernblatt zumindest Indizes, die die volle Stunde genau anzeigen. Je nach Unterteilung der Bereiche zwischen den vollen Stunden können halbe Stunden, Viertelstunden und bei einigen Modellen sogar Schritte im Abstand von 5 Minuten genau abgelesen werden.

Die bekanntesten Hersteller von Einzeigeruhren

Wir stellen dir hier die wichtigsten Uhrenhersteller für Einzeigeruhren vor. Neben Botta Design hat sich vor allem auch MeisterSinger mit mechanischen Einzeigeruhren einen Namen gemacht. Junge Startups wie Slow und Wundrwatch versuchen ebenfalls Kunden mit diesem Konzept von sich zu überzeugen.

Botta Einzeigeruhren

Pionier auf dem Gebiet war Industriedesigner Klaus Botta, der 1986 die „UNO“ vorstellte, die erste Einzeigeruhr, die als Armbanduhr tragbar war. Zunächst wurde diese Uhr durch Manfred Brassler vermarktet, der später sein eigenes Unternehmen „MeisterSinger“ gründete. 1999 erhielt Klaus Botta die Vermarktungsrechte für seine „UNO“ zurück und gründete „Botta Design“. Bis heute wurden mehr als 100.000 Exemplare seiner „UNO“ verkauft.

MeisterSinger Einzeigeruhren

Das Unternehmen MeisterSinger wurde im Jahr 2001 von Manfred Brassler gegründet. Seinen Sitz hat die Firma in Münster. Die Fertigung der Uhren erfolgt jedoch in Biel in der Schweiz. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Herstellung von Einzeigeruhren mit mechanischen Werken. Darunter befinden sich Modelle, deren Werke aufzuziehen sind, andere Uhren werden von Automatikwerken angetrieben. Eine einzige Ausnahme bildet die „Neo Q“, in der ein Quarzwerk verbaut ist.

Slow Einzeigeruhren

Ein Unternehmen, welches seine Uhren in ganz minimalistischem Design hält, ist „Slow“. Die Firma ist seit 2013 auf dem Markt und wurde gegründet durch Corvin Lask und Christopher Noerskau, die mit den Uhrendesignern Garbiele Guidi und May Margot zusammenarbeiten. Seinen Sitz hat das Unternehmen in Hamburg, die Uhrwerke für die Modelle stammen aus der Schweiz. Charakteristisch für die Uhren von „Slow“ ist, dass der Verlauf des Tages mit einer kompletten Umrundung des Stundenzeigers dargestellt wird.

Wundrwatch Einzeigeruhren

WUNDR ist ein junges Startup, das dank Kickstarter 2016 sein eigenes Konzept der Einzeigeruhr realisieren konnte. Und wie könnte es anders sein – auch die Wundrwatch kommt aus Deutschland.

Die Geschichte der Einzeigeruhren

Anfangs orientierte man sich bei der Bestimmung der Zeit an der Sonne. Es entstand die Sonnenuhr, auf der man zumindest an sonnigen Tagen die ungefähre Zeit abzulesen konnte. Um vom Wetter unabhängig zu sein, wurden ab dem 14. Jahrhundert die ersten mechanischen Uhren gefertigt. Diese verfügten anfänglich nur über einen Stundenzeiger und waren noch relativ ungenau. Nur die wenigsten konnten sich damals eine eigene Tisch- oder Standuhr leisten. Deshalb wurden Einzeigeruhren öffentlich an Türmen angebracht, von denen manche heute noch in Betrieb sind.

Minutengenaue Zeitangabe war technisch noch nicht möglich

Die Mechanik war zu diesem Zeitpunkt noch so ungenau, dass die Installation eines Minutenzeigers keinen Sinn machte, da diese Uhren ohnehin mehrmals täglich neu zu justieren waren. Ab dem Anfang des 16. Jahrhunderts produzierten einige Firmen Taschenuhren. Ein Beispiel für einen solchen Zeitmesser ist das „Nürnberger Ei“. Diese Taschenuhren wiesen ebenfalls nur einen Zeiger auf, lieferten aber schon genauere Angaben. Erst im 17. Jahrhundert ermöglichten technische Fortschritte, dass die ersten Uhren mit Minutenzeigern gebaut wurden.

Klaus Botta: Das Konzept Einzeigeruhr neu gedacht

Das Prinzip dieser Einzeigeruhren griff der Industriedesigner Klaus Botta auf und stellte im Jahr 1986 das Modell „UNO“ vor. Diese Armbanduhr war an die alte Funktionsweise der ersten mechanischen Uhren angelehnt und zeigte die Zeit ebenfalls nur mithilfe eines Zeigers an, jedoch wesentlich genauer als die Modelle aus den vorhergehenden Jahrhunderten. In den Folgejahren kamen mehrere Modelle verschiedener Marken in die Läden, die allseits bekannten Armbanduhren mit zwei oder drei Zeigern vermochten sie aber nicht zu verdrängen.

Faszination Einzeigeruhren

Diejenigen, die Termine auf die Minute genau einhalten müssen, sind wohl keine Liebhaber der Einzeigeruhren. Dennoch haben vor allem die Uhren von Botta und MeisterSinger sehr viele Fans. Wir haben uns deshalb genauer angesehen, was die Faszination der Einzeigeruhren ausmacht und hier die wesentlichen Gründe für das Tragen dieser Uhren zusammengestellt:

  • Entschleunigen mit Einzeigeruhren

    Einzeigeruhren ermöglichen ihren Trägern zu einem gelasseneren Umgang mit der Zeit zu gelangen. Denn macht es einen Unterschied, ob es genau 18:03 ist – oder ist „kurz nach 6“ nicht bereits vollkommen ausreichend? Die Einzeigeruhr ist eine Lebenseinstellung.

  • Ein Ausdruck von Freiheit

    Mit dieser Uhr befreit sich der Besitzer von ständigem Termindruck und entschleunigt sein Leben, indem er einmal nicht auf die genaue Uhrzeit achtet. Hinter dem Kauf einer Einzeigeruhr steckt somit mehr als nur ein modisches Interesse, dahinter versteckt sich vielmehr ein Ausdruck von Freiheit.

  • Schlichtes und minimalistisches Design

    Dennoch kann gerade durch die minimalistische Optik auch ein modisches Statement gesetzt werden, damit sie sich von der Masse abheben. Andererseits steckt hinter dem Tragen einer Einzeigeruhr gleichzeitig ein Protest gegen die schnelllebige Welt.

  • Einzigartigkeit als Gesprächsaufhänger

    Das Konzept Einzeigeruhr fasziniert die Menschen und ist jederzeit für ein Gespräch gut. Gerade die ungewohnte Zeigerposition bei 24h-Modellen wird Fremde auf den ersten Blick irritieren. Der fehlende Zeiger erweist sich somit als idealer Gesprächsaufhänger.

Einzeigeruhren ermöglichen einen ganz bewussten Umgang mit der Zeit und sind also für jene Menschen, die in einer schnellebigen Zeit ein Gefühl von Gelassenheit zurückgewinnen wollen. Dass die Hersteller der Einzeigeruhren fast ausschließlich aus Deutschland kommen, verwundert dabei kaum.

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