Manche Uhren sind bekannter als die Menschen, die sie tragen. Sie waren auf dem Mond, an Bord eines Rennwagens in Le Mans oder am Handgelenk eines Geheimagenten. Diese Kategorie sammelt die Geschichten hinter solchen Modellen, und dazu die Uhren, mit denen sich Prominente öffentlich zeigen.
Berühmte Uhren werden es auf zwei Wegen. Entweder sie leisten etwas, das vorher niemand geschafft hat, dann tragen sie ihren Ruf selbst. Oder jemand Bekanntes trägt sie drei Sekunden lang im Film, und Uhrenfans schreiben ganze Foren voll, um Marke und Referenz zu bestimmen. Beides erzählen wir hier: die großen Uhrengeschichten, die Uhren in Filmen und Serien und die Modelle, mit denen sich Prominente zeigen.
Uhren, die Geschichte geschrieben haben
Wenn eine Uhr die Zertifizierung der NASA übersteht, um mit Apollo 11 auf dem Mond zu landen, verleiht ihr das einen Status, den keine Werbekampagne herstellen kann. In solchen Fällen ist die Uhr selbst der Star.
Omega Speedmaster: die erste Uhr auf dem Mond
Die Speedmaster kam 1957 auf den Markt, mitten im Kalten Krieg. 1962 nahm die NASA sie in einen Test gegen mehrere Konkurrenzmodelle und ließ sie 1965 als einzige Uhr für bemannte Raumflüge zu. Angetrieben wurde sie vom Handaufzugswerk Kaliber 321 von Lémania, im Stahlgehäuse mit knapp 40 Millimetern und einer Lünette mit Tachymeterskala. An dieser Konstruktion hat sich seither erstaunlich wenig geändert.
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Rolex Daytona in der Ausführung Paul Newman
Bei der Markteinführung 1966 kostete eine Daytona Cosmograph mit dem sogenannten exotischen Zifferblatt gut 200 US-Dollar. Ein halbes Jahrhundert später wurde genau das Exemplar versteigert, das Joanne Woodward ihrem Mann Paul Newman geschenkt hatte, für 17,8 Millionen Dollar. Der Spitzname haftet seitdem an der ganzen Zifferblattvariante und verteuert sie bis heute um ein Vielfaches.
TAG Heuer Monaco: die Uhr von Steve McQueen
Die 1969 zum Grand Prix von Monaco vorgestellte Heuer Monaco war einer der ersten Automatikchronographen und der erste mit quadratischem Gehäuse. Das Design fiel sofort auf. Steve McQueen trug sie 1971 im Film Le Mans, auf Rat seines Freundes Jo Siffert, der als Rennfahrer für Heuer sprach. Die Referenz 1133 heißt seitdem im Handel schlicht McQueen Monaco.
Cartier Santos: die erste Fliegeruhr der Welt
Louis Cartier entwarf sie 1904 für den brasilianischen Flugpionier Alberto Santos-Dumont, der beim Fliegen keine Taschenuhr hervorholen wollte. 1911 kam sie in den Verkauf und gilt seither als eine der ersten Armbanduhren für Männer überhaupt. Sie wird bis heute gebaut und ist das meistverkaufte Modell des Hauses.
Longines Lindbergh Hour Angle: Navigation über dem Atlantik
Charles Lindbergh entwarf diese Uhr nach seinem Atlantikflug selbst mit. Sie baut auf dem Navigationssystem auf, das der US-Marineoffizier Philip Van Horn Weems 1927 entwickelt hatte, und trägt eine drehbare Scheibe, mit der sich der Sekundenzeiger auf ein Funkzeitsignal synchronisieren lässt. Damit ließ sich der Längengrad in der Luft bestimmen. Longines legt sie bis heute in Sonderserien neu auf.
Panerai Luminor: aus der Marine ins Kino
Panerai belieferte jahrzehntelang ausschließlich die italienische Marine. Erst 1993 kam die Luminor als limitierte Serie in den freien Verkauf. Den Durchbruch brachte Sylvester Stallone: Er entdeckte die Marke bei einem Aufenthalt in Italien und ließ sich für Unterwasserszenen seines Films Daylight ausstatten. Die daraufhin gebaute Luminor Submersible trug die Gravur „Sly Tech“.
Uhren aus Film und Fernsehen
Wenn Product Placement funktioniert, fließen Millionen. Bei Uhren in Filmen geschieht es oft auch unbezahlt, weil Schauspieler ihre eigenen Modelle tragen. Drei Sekunden Bildzeit reichen dann, um eine Referenz für Jahre zum Gesprächsthema zu machen. Die bekanntesten Filmuhren sind deshalb nicht immer die teuersten.
Die Uhren von James Bond
Sean Connery trug ab Dr. No (1962) eine Rolex Submariner, Roger Moore benutzte sie in Leben und sterben lassen zum Durchtrennen von Seilen. Seit GoldenEye (1995) trägt Bond Omega, zuerst am Handgelenk von Pierce Brosnan, später bei Daniel Craig ab Casino Royale. Für Omega war der Wechsel ein Verkaufserfolg, der bis heute anhält.
Die Uhren von Walter White in Breaking Bad
Kaum eine Serienuhr wird so oft gesucht wie die von Walter White. Der Chemielehrer trägt über fünf Staffeln hinweg mehrere Modelle, und der Wechsel zwischen ihnen erzählt seine Verwandlung mit.
Die Casio F-91W
Ein Digitalquarz für wenige Euro, seit 1989 nahezu unverändert gebaut und millionenfach verkauft. Berühmt wurde sie allerdings aus einem Grund, den Casio sich nicht ausgesucht hat.
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Uhren der Prominenten
Der zweite Weg zur Bekanntheit führt über das Handgelenk. Wer eine Uhr trägt, die man wiedererkennt, sagt damit etwas über sich aus, ob gewollt oder nicht. Bei manchen Promi-Uhren wird daraus eine Debatte, die mit der Uhr selbst wenig zu tun hat.
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Das Prestige der Luxusmarken
Eine Uhrenmarke arbeitet jahrzehntelang an ihrem Status. Wenn sich dann die Reichen und Mächtigen öffentlich mit ihren Produkten zeigen, entsteht Prestige, und aus einem Zeitmesser wird ein Lifestyleprodukt. Diese Beliebtheit kann allerdings umschlagen, sobald die falsche Käuferschaft damit angibt.
Für dieses Umschlagen gibt es einen Namen, den Ed-Hardy-Effekt: Eine Marke wird so allgegenwärtig, dass die Zugehörigkeit, die sie einmal versprach, nichts mehr wert ist. Auch Rolex arbeitet daran, nicht in diese Spirale zu geraten. Wie die Marken das steuern, verfolgen wir in dieser Kategorie mit.
