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Die schönsten Bauhaus Uhren: Funktionaler Minimalismus aus Deutschland

Bauhaus Uhren erfreuen sich großer Beliebtheit. Nicht nur bei den Kunden, sondern auch die Hersteller schmücken sich gerne mit dieser Bezeichnung. Doch was genau sind Bauhaus Uhren eigentlich? Und woran man sie erkennen?

Viele Hersteller verpassen ihren Armbanduhren den Stempel „Bauhaus“. Wenn man bedenkt, dass es DIE Bauhaus-Uhr im Prinzip gar nicht gibt, ist das schon ziemlich gewagt. Hier gehen wir der Geschichte des Bauhaus-Stils und der so genannten Bauhaus-Uhr auf den Grund und zeigt, welche Modelle es wirklich verdienen, in die attraktive Bauhaus-Schublade gesteckt zu werden.

Die Entstehung Bauhaus-Stils

1919 gründete der deutsche Architekt Walter Gropius das Staatliche Bauhaus in Weimar. Die Kunstschule strebte nach der präzisen Verschmelzung von Handwerk und Kunst. Hier definiert er das Leitbild des Bauhaus-Stils:

Nur vollkommene Harmonie, sowohl in der technischen Zweck-Funktion wie in den Proportionen der Formen, kann Schönheit hervorbringen.Walter Gropius

Dieses Zitat fasst das Leitbild des Bauhaus-Stils perfekt zusammen. Mit seinem Wunsch und Ziel, sämtliche Künstler zurück zum Handwerk zu führen, griff der Bauhaus-Vater die Ideale des Deutschen Werkbundes auf. Dieser wurde im Jahr 1907 ins Leben gerufen und gilt als Vorgängerbewegung des Bauhaus-Kosmos‘.

1925 übersiedelte das Bauhaus nach Dessau, aus politischen Gründen. Nationalistisch motivierte Angriffe auf Anhänger der Schule nahmen kontinuierlich zu – bis Anfang der 1930er endgültig das Licht erlosch. Die Protagonisten des Bauhaus‘ gingen ins Exil. Aber: Wenngleich das Bauhaus als solches fortan nicht mehr existierte – der Stil selbst strahlte weiter. Er tut es bis heute.

Vom Bauhaus-Stil zur Bauhaus-Uhr

Die Bezeichnung Bauhaus steht für alles, das schlicht und funktionell ist. Somit bewerben sich auch Uhren, die diese Merkmale charakterisieren, als Bauhaus-Typen. Angesichts der Popularität, die das Bauhaus und der Bauhaus-Stil erfuhren und erfahren, sind Hersteller freilich nicht abgeneigt, ihre Uhren mit der entsprechenden Zuordnung zu schmücken. Tatsächlich wurde im Bauhaus selbst aber von der Zeitmesser-Fertigung abgesehen. Erst Jahre nach der endgültigen Schließung der Kunstschule tauchten Uhren auf, die sich bemühten, die echten Bauhäusler und deren Philosophie zu ehren.

Hersteller von Bauhaus Uhren

Überzeugenden Bauhaus-Bezug hat zweifelsohne Junghans mit der Max-Bill-Edition. Bei Nomos Glashütte muss man schon ein Auge zudrücken, was die unmittelbare Nähe zum Bauhaus betrifft. Doch mit der sogenannten Tangente kann der Hersteller zumindest ein Modell vorweisen, das den Stil gelungen verkörpert. Im Folgenden ein Überblick über echte Bauhaus Uhren.

Junghans Bauhaus Uhren

Seit 1961 hat Junghans die Max-Bill-Armbanduhr im Programm. Wesentliche Merkmale: ein flaches Gehäuse mit schmaler Lünette, ein gewölbtes Uhrenglas, kurze Bandanstöße, ein silbernes, anthrazitfarbenes oder schwarzes Zifferblatt mit filigranen Indizes. Bei manchen Varianten sind die Indizes für die Stunden extra lang, bei anderen Modellen erwirken arabische Ziffern die klare Struktur und exzellente Ablesbarkeit, die Bauhaus-Uhren forcieren. Dieses vordergründige Ziel spiegeln auch die langen, extrem schlanken Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger wider.

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Das Interessanteste an der Max-Bill-Uhr ist aber der Fakt, dass der namensgebende Max Bill am Deutschen Bauhaus in Dessau studierte. Mit diesem waschechten Bauhäusler arbeitete Junghans aktiv zusammen: Das Schramberger Unternehmen beauftragte den Schweizer Bill Anfang der 1950er, eine Küchenuhr zu gestalten. Deren Design diente als Vorlage für die zuvor beschriebene Armbanduhr.

Nomos Bauhaus Uhren

Ein geradliniges Gehäuse mit schmalem Glasrand und ein aufgeräumtes Zifferblatt im Retro-Look markieren die Optik der Tangente von Nomos Glashütte. Die gestalterische Geistesverwandtschaft zum Bauhaus ist deutlich erkennbar. Zudem verweist das 1990 gegründete Unternehmen gern auf seine „Wurzeln“, die über dieses Stadium zunächst allerdings nicht hinauskamen.

1906 importierten Clemens Guido Müller und Karl Nierbauer unter dem Namen Nomos Schweizer Uhren nach Deutschland, die sie in Anlehnung an den Traditionsstandort mit dem Zusatz „Glashütte“ versahen. Diese Schummelei zu Marketing-Zwecken wurde aber relativ bald aufgedeckt – 1910 war der erste Akt der Geschichte von Nomos zu Ende. Der zweite Akt verläuft erheblich erfolgreicher.

Anfang der 1990er-Jahre griff der damals in Glashütte ansässige Unternehmer Roland Schwertner den Namen Nomos wieder auf. Und 1993 erschien auch schon die Tangente, die streng funktionale Ästhetik ausstrahlt und in puncto Nutzwert und Aussehen dem Bauhaus ein durchaus würdiges Denkmal setzt.

Junkers Bauhaus Uhren

Auch der deutsche Hersteller Junkers bietet mit der Junkers Bauhaus-Serie Uhren im reduzierten Design der Bauhausbewegung.

Über die Willkürlichkeit der Bauhaus Uhren

Purer Minimalismus kennzeichnet einige moderne Uhren. Es wäre allerdings vermessen, den Bauhaus-Stil einzig und allein auf diese Eigenschaft zu reduzieren. Würde man das doch tun, gäbe es wohl fast nur Bauhaus-Uhren. Weniger oberflächlich betrachtet ist die Idee der Bauhaus-Schule aber die, simple Funktionalität ästhetisch-elegant zu bekleiden. Und das ist alles andere als einfach.

Wenigen Herstellern gelingt es, ihren Bauhaus-Uhren den speziellen Geist der Stilrichtung einzuverleiben. Dennoch versuchen viele Hersteller ihre Uhren als Bauhaus-Uhren zu vermarkten. Selbst chinesische Hersteller (z. B. Feice) machen vor dem Bauhaus-Stil nicht halt. Eine starke Ähnlichkeit zum Bauhaus-Design kann auch den skandinavischen Uhren zugesprochen werden.

100 Jahre Bauhaus

2019 wäre das Bauhaus, wenn es denn noch existierte, 100 Jahre alt geworden. Ein Glück, dass zumindest der Stil Geburtstag feiern darf. Und das vermutlich noch viele weitere Jahrhunderte. Das Bauhaus-Design, das sich unzählige Uhrenhersteller gern zuschreiben, ist eine der einflussreichsten Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts. „Form follows function“ lebt und wird vergöttert.

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