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Wasserdichte Uhren und die Normen: Wie Wasserfest ist meine Uhr wirklich?

Wenn es um wasserdichte Uhren geht, stellt sich bei all den verwirrenden Bezeichnungen schnell die Frage: Wie Wasserfest ist meine Uhr tatsächlich? In unserem Ratgeber erfährst du, wann wasserdichte Uhren wirklich dicht halten.

Wenn es um Armbanduhren geht, kann Wasserdichtigkeit wichtig sein. Allerdings sind die Bezeichnungen dafür, wie wasserfest wasserdichte Uhren in der Praxis tatsächlich sind, in der Tat etwas verwirrend. ATM, Bar oder doch Meter? Bringen wir ein wenig Licht in die verworrene Dunkelheit um Taucheruhren, spritzwassergeschützte Modelle und solche, die als schicke Modeuhr trotzdem wasserdicht sind.

Wasserdicht oder spritzwassergeschützt?

Jeder, der als Kind eine Uhr geschenkt bekommt hat, kennt das Problem. Mit der scheinbar wasserdichten Uhr am Handgelenk die Hände gewaschen, im Schlamm oder bei Regen gespielt und schon zeigen sich kleine Perlen auf der Innenseite des Uhrglases. Meist dauert es dann nicht lange, bis das Uhrwerk seinen Dienst quittiert. Und wer mit seiner Uhr im Winter aus dem warmen Auto in der herrlichen klaren aber kalten Luft einen Spaziergang unternimmt, der sieht auf der Rückfahrt Kondenswasser statt der Uhrzeit.

Achtung: Die Bezeichnung „30 Meter wasserdicht“ bedeutet nicht, dass mit einer solchen Uhr auch tatsächlich 30 Meter in die Tiefe getaucht werden kann. Eine Uhr mit dieser Wasserdichtigkeit hält maximal einem Druck von 3 Bar stand und ist damit in Wirklichkeit nur gegen Spritzwasser geschützt.

In den meisten Ländern ist es heutzutage nicht mehr erlaubt, Uhren als wasserdicht zu vermarkten, wenn diese Eigenschaft nicht auch tatsächlich vorhanden ist. Generell vorgeschrieben sind für wasserdichte Uhren Normen, die von der International Standardization Organization (ISO) festgelegt wurden.

Wasserdichtigkeit in Metern oder ATM

Ist keine ISO-Norm angegeben, werden Formulierungen mit der Angabe von ATM verwendet, was den atmosphärischen Druck beschreibt. Grob gesagt entspricht 1 ATM einer Wassertiefe von zehn Metern.

Unterschiedliche Maßangaben: 10 ATM = 10 Bar = 100 Meter

Eine solche Angabe in Metern ist aber irreführend, denn keine dieser Uhren mit der Angabe „wasserdicht bis 30 Meter“ (=3 ATM) hat jemals eine Wassertiefe von 30 Metern gesehen. Deutlicher wird dies anhand einer Aufstellung:

ATMSpritzwasserDuschenSchnorchelnTauchen
3JaNeinNeinNein
5JaJaNeinNein
10JaJaJaNein
20+JaJaJaJa

Hier wird schnell ersichtlich, dass eigentlich nur wasserdichte Armbanduhren mit dem Wert 20 ATM auch wirklich zum Tauchen geeignet sind. Hier nochmals übersichtlich beschrieben, was die einzelnen Werte genau bedeuten:

  • 3 ATM / Bar / 30m: Dieser Wert bedeutet, dass die Uhr spritzwassergeschützt ist. Im Idealfall sollte man mit einer solchen Uhr den Wasserkonakt meiden.
  • 5 ATM / Bar / 50m: Dieser Wert bedeutet, dass die Uhr beim Baden oder Duschen getragen werden kann und zum Händewaschen nicht abgenommen werden muss.
  • 10 ATM / Bar / 100m: Dieser Wert bedeutet, dass die Uhr beim Schwimmen und beim Schnorcheln im Flachwasser dicht bleibt. Sprünge ins Wasser vermeiden.
  • 20 ATM / Bar / 200m: Dieser Wert bedeutet, dass die Uhr zum Freitauchen und für alle Arten von Wassersport geeignet ist. Diese Uhr ist wirklich wasserdicht.

Aber vorsicht: Da die Bezeichnung nicht genormt ist, sind auch 20 ATM noch kein Garant für die absolute Wasserdichtigkeit einer Uhr. Generell kann nur der Hersteller genau sagen, wie viel Wasser seine Uhr tatsächlich verträgt. Ist nur eine Angabe in Metern oder ATM vorhanden, ist es in der Regel ratsam, etwas skeptischer zu sein als der Wert eigentlich vorgibt.

ISO-Norm für wasserdichte Uhren

Besser ist es, wenn die Uhr eine ISO-Norm vorzeigen kann. Die garantierte Wasserbeständigkeit bestätigen die ISO 22810:2010 und die ISO 6425.

ISO 22810:2010 für wasserdichte Alltagsuhren

Spritzwasserschutz garantiert die ISO 22810:2010 für wasserdichte Alltagsuhren. Diese Norm wurde 2010 erstellt und ersetzt die bisher übliche Norm ISO 2281:1990. Im Gegensatz zu Armbanduhren, die nur mit einer ATM-Erklärung versehen wurden, durchlaufen Uhren mit diesem Etikett eine Reihe von Tests. Damit soll sichergestellt werden, dass sie sowohl Wasserdruck als auch -temperatur und eine bestimmte Zeit unter Wasser standhalten.

Die niedrigste Stufe stellt sicher, dass die Uhr eine Stunde lang einer Wassertiefe von zehn Metern standhält und in einer Umgebung mit einer Lufttemperatur von bis zu 45 Grad Celsius Kondenswasser standhält. Die Idee ist, dass diese Uhren im schlimmsten Fall mindestens eine bestimmte Wassertiefe bewältigen und auch mit Wasser unterschiedlicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit umgehen können.

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ISO 6245 für Taucheruhren

Wer absolut sicher sein will, dass seine Armbanduhr auch den anspruchsvollsten Wasseraktivitäten standhält, sollte in eine wasserdichte Taucheruhr mit dieser Norm investieren. Bei Uhren die die Zertifizierung nach ISO 6245 erfüllen ist sichergestellt, dass sie ihre Funktion bis mindestens einhundert Meter aufrechterhalten.

Diese Uhren werden auf Kondensation, drastische Temperaturänderungen, Salzwasser, Stoßfestigkeit, Überdruck und elektromagnetische Strahlung hin geprüft. Um zertifiziert zu werden, müssen das Zifferblatt und die Zeiger auch im Dunkeln sichtbar sein. In den meisten Fällen haben diese Uhren auch eine Sicherheitsmarge von 25%, was bedeutet, dass eine Wasserdichte von 200 Metern in der Praxis 250 Metern entspricht.

Was in Bezug auf Wasserdichtigkeit zu beachten ist

Nicht nur beim Kauf einer wasserdichten Sportuhr sollte man informiert sein, sondern auch bei der notwendigen Pflege und Instandhaltung. Hier einige grundsätzliche Dinge, die beim Einsatz von wasserdichten Uhren zu beachten sind:

  • Uhr nach Kontakt mit Salzwasser reinigen

    Salzwasser ist grundsätzlich der Feind einer jeden Uhr. War eine wasserdichte Uhr im Salzwasser, ist des ratsam diese mit Süßwasser, eventuell mit etwas Spülmittel vom Salz zu reinigen.

  • Achtung beim Batteriewechsel

    Muss die Batterie gewechselt werden, sollte immer ein zertifizierter Betrieb damit beauftragt werden. Wird die Batterie dennoch am Uhrmacherstand im Kaufhaus gewechselt, erlischt die Garantie der Wasserdichtigkeit. Fast immer ist die Uhr danach auch nicht mehr den Anforderungen gemäß ISO Standard gewachsen.

Das ist die Taucheruhr mit dem aktuellen Tiefenrekord

Die wohl extremste Taucheruhr aller Zeiten ist die Rolex Deepsea Challenge. Sie ist bis zu unglaubliche 12.000 Meter wasserdicht. Dafür sorgen ein 13,4 Millimeter dickes Saphirglas und ein verstärkter Titanboden, die die Rolex insgesamt 28,5 Millimeter hoch werden lassen. Im März 2012 wurde die Deepsea Challenge von Filmregisseur James Cameron bei seinem mittlerweile legendär gewordenen Tauchgang in den Marianengraben unter realen Bedingungen getestet.

Die Rolex Deepsea Challenge ist wasserdicht bis zu 12.000 Meter und leider eine unverkäufliche Sonderanfertigung.

Inklusive Cameron haben bisher erst drei Menschen den tiefsten bekannten Punkt der Erde erreicht. Den Ausflug in 10.898 Meter Tiefe überstand die Rolex, die außerhalb des Tauchgefährts an einem ferngesteuerten Roboterarm montierte war, ohne Probleme. Zu Kaufen gibt es diese extreme Taucheruhr jedoch leider nicht. Sie ist eine Einzelanfertigung, die nie in den offiziellen Verkauf gelangen wird.

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