Automatikuhren sind die beliebteste Bauart mechanischer Armbanduhren, und der Grund liegt am Handgelenk: Wer sie trägt, hält sie am Leben. Diese Übersicht zeigt, was in einer Automatikuhr steckt, wo ihre Grenzen liegen, welche Modelle sich heute lohnen und worauf du beim Kauf achten solltest.

Eine Automatikuhr kommt ohne Batterie aus und läuft trotzdem jahrzehntelang. Was sie kostet, hängt weniger am Markennamen als am Werk, am Glas und an der Fertigungstiefe. Wo diese Unterschiede liegen und woran sie sich ablesen lassen, steht in den folgenden Abschnitten.

Was ist eine Automatikuhr?

Eine Automatikuhr ist eine mechanische Uhr, die sich beim Tragen selbst aufzieht. Mechanisch heißt: Eine gespannte Feder treibt sie an, keine Batterie. Innerhalb der mechanischen Uhren gibt es genau zwei Bauarten, und sie unterscheiden sich nur daran, wer diese Feder spannt.

Beim Handaufzug übernimmt das die Krone. Die Uhr wird jeden Morgen von Hand aufgezogen. Ein Beispiel ist der Chronograph der Reihe 1963 von Sea-Gull: Sein Schaltradwerk ST1901 hat keinen Rotor. Bei der Automatik erledigt das Spannen ein Rotor im Gehäuse, den die Bewegung des Arms dreht. Beide Bauarten teilen Räderwerk, Unruh und Federhaus, sie sind technisch eng verwandt und stammen oft aus derselben Werkfamilie.

Zwei Uhren von hinten nebeneinander: links verdeckt der Rotor der Automatikuhr das Werk, rechts liegt das Handaufzugswerk vollständig frei
Derselbe Blick durch den Sichtboden: Links deckt der Rotor der Automatikuhr das halbe Werk ab, rechts liegt das Handaufzugswerk vollständig frei. Genau diese Platte kostet die Bauhöhe.

Die dritte Antriebsart im Handel ist die Quarzuhr. Sie arbeitet elektronisch, mit einer Batterie und einem Schwingquarz, und hat mit den beiden mechanischen Bauarten technisch nichts gemein. Der Vergleich der drei Antriebsarten:

WerkAufzugAbweichung
AutomatikRotor beim Tragen−20 bis +40 s am Tag
HandaufzugKrone von Hand−20 bis +40 s am Tag
Quarzentfällt, Batteriewenige Sekunden im Monat

Worauf du beim Kauf einer Automatikuhr achten solltest

Bei Automatikuhren entscheidet nicht der Markenname allein. Sechs Angaben im Datenblatt zeigen schnell, ob Werk, Gehäuse und Ausstattung zum Alltag passen.

  • Kalibernummer im Datenblatt

    Steht dort Seiko NH35, Miyota 8215 oder ETA 2824-2, lassen sich Gangreserve, Steine, Frequenz sowie Sekundenstopp und Handaufzug nachschlagen. Ohne Nummer bleibt im Schadensfall nur der Tausch des kompletten Werks.

  • Saphir- oder Mineralglas

    Saphir kratzt kaum, Mineralglas nach einem Jahr täglichem Tragen sichtbar. Unter 300 Euro ist Mineralglas der Regelfall, darüber wird Saphir häufiger. Seikos gehärtetes Hardlex liegt dazwischen und näher am Mineralglas.

  • Wasserdichtigkeit in bar

    3 bar decken Händewaschen und Regen ab, ab 10 bar ist Schwimmen unproblematisch, ab 20 bar auch das Tauchen. Der Wert steht am einzelnen Modell und folgt nicht dem Preis, denn es gibt Uhren im Taucherlook mit 3 bar.

  • Gehäusedurchmesser

    Übliche Maße liegen zwischen 37 und 44 Millimetern. Kissengehäuse und Fliegeruhren tragen größer auf, als die Zahl vermuten lässt, weil ihre Bandanstöße gerade abgehen statt nach unten.

  • Gangreserve

    Viele Einstiegskaliber laufen rund 40 bis 42 Stunden. Andere Werke erreichen 50 Stunden, das Tissot Powermatic 80 und das Hamilton H-10 etwa 80 Stunden und überstehen damit ein Wochenende.

  • Ersatzteillage

    Verbreitete Standardkaliber öffnet und repariert jeder Uhrmacher, weil er Teile bekommt. Ein seltenes hauseigenes Werk muss zum Hersteller, was Wochen dauern kann.

Wer nach Preisklassen sucht, findet die Empfehlungen bekannter Marken in unseren Ratgebern zu mechanischen Uhren bis 500 Euro, bis 1000 Euro und bis 2000 Euro.

Automatikuhren Geheimtipps für Herren

Wer nach Automatikuhren sucht, landet zuverlässig bei Seiko, Tissot, Citizen, Certina und Hamilton. Diese Marken stehen dort zu Recht, und ihre Modelle unter 500 Euro haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt. Eine Ebene daneben wird es interessant, bei Herstellern mit gleicher oder besserer Technik, für deren Namen man nichts mitbezahlt.

Aufgenommen sind hier nur Automatik-Uhren von Marken, die zwei Bedingungen zugleich erfüllen: Sie sind außerhalb der Uhrenszene wenig bekannt, und ihr Werk trägt eine Kalibernummer, die der Hersteller auch nennt. Eine Fliegeruhr von Junkers ist aus genau diesem Grund nicht dabei, denn der Hersteller nennt zu ihrem Werk keine Kaliberbezeichnung. Jede Karte führt Werk und Gangreserve als Eckdaten mit. Die Auswahl ist nach Bauform geordnet und beginnt bei den Taucheruhren, weil dort das Angebot am breitesten ist.

Spinnaker Fleuss: Automatikuhr mit Miyota 8215

Spinnaker gehört zur britischen Dartmouth Brands und lässt in Hongkong fertigen. Die Fleuss zitiert eine Taucheruhr der Fünfzigerjahre mit Innendrehring und kräftigen Leuchtpunkten. Im Inneren arbeitet ein Werk aus dem Hause Citizen, das jeder Uhrmacher öffnen kann. Spinnaker schreibt das Kaliber in den Produkttitel, was in dieser Preisklasse selten vorkommt.

Orient Kamasu Mako III: Automatik-Taucheruhr mit Manufakturwerk

Orient gehört seit 2017 vollständig zu Seiko Epson, arbeitet dort aber eigenständig und baut seine Automatikwerke selbst, samt der meisten Einzelteile. Eine Taucheruhr mit Manufakturwerk in dieser Preislage hat sonst kaum ein Hersteller im Programm.

Panzera Aquamarine Pro Diver: Automatikuhr im Kissengehäuse

Panzera entstand 2009 in Sydney und geht einen ungewöhnlichen Weg. Der Entwurf kommt aus Australien, Gehäuse und Teile werden in Deutschland gefertigt, die Bänder stammen aus Italien und Spanien, und die Endmontage samt einer fünftägigen Prüfung findet wieder in Australien statt. Das große Kissengehäuse orientiert sich erkennbar an italienischen Taucheruhren.

Revue Thommen Diver GMT: Automatikuhr mit zweiter Zeitzone

Revue Thommen ist die älteste Marke dieser Auswahl. Gegründet 1853 in Waldenburg als Société d’Horlogerie à Waldenburg, ab 1859 von Tschopp und Thommen geführt und später von Thommen allein. Die Firma erhielt 1870 die ersten Patente zur Auswechselbarkeit einzelner Werkbestandteile und stellte 1890 bereits rund 13.000 Uhren im Jahr her. Seit 2012 gehört die Uhrenmarke Andreas Thommen und vier Partnern. Dass eine Marke mit dieser Geschichte heute unbekannt ist, liegt an ihrem Hauptgeschäft: Das Unternehmen verdiente sein Geld lange mit Luftfahrtinstrumenten.

Davosa Ternos Professional: Schweizer Automatik-Taucheruhr

Davosa wird von der Fabrique d’horlogerie Hasler & Co SA im schweizerischen Tramelan gefertigt. Die Familie Hasler arbeitet seit Generationen in der Branche: Paul Hasler gründete 1917 einen Betrieb für die Uhrenmontage, 1946 holte er seinen Bruder David dazu, und gemeinsam bauten sie eigene Werke und Uhren. Den Markennamen Davosa führte das Haus Anfang der Neunzigerjahre ein. Die Werke tragen eigene DAV-Bezeichnungen, ihre Basis liegt offen.

Laco Basis Bielefeld: Automatik-Fliegeruhr aus Pforzheim

Laco wurde 1925 von Frieda Lacher und Ludwig Hummel in Pforzheim als Lacher & Co. gegründet, woraus der kürzere Name entstand. Die Marke war eine von fünf Firmen, die im Zweiten Weltkrieg die großen Beobachtungsuhren für die Luftwaffe lieferten, und baut diese Bauform als einzige der fünf bis heute. Die Firmengeschichte hat einen Bruch: Am 30. Juni 2009 meldete Laco Insolvenz an, im Frühjahr 2010 nahm das Unternehmen mit acht Mitarbeitern die Arbeit wieder auf.

Junkers JUMO: Automatik-Chronograph mit Valjoux 7750

Junkers gehört zu POINT tec Products Electronic in Ismaning bei München, gefertigt wird in Ruhla in Thüringen, einem Ort mit eigener Uhrmachertradition. Der JUMO trägt den Namen der Junkers-Flugmotoren und im Inneren das Standardwerk der Schweizer Chronographen. Dieses Werk arbeitet sonst in Uhren, die ein Vielfaches kosten. Hier zieht eine wenig bekannte Marke technisch mit den bekannten gleich, und der Preisunterschied entsteht aus dem Namen auf dem Zifferblatt.

Sea-Gull mit Kalender: Automatikuhr aus eigener Fertigung

Sea-Gull aus Tianjin ist der stärkste Kontrast zu dem, was man mit chinesischen Uhren verbindet. Die Fabrik entstand 1955 als eine der ersten chinesischen Uhrenfabriken, und in den Sechzigerjahren übernahm Tianjin die Produktionsanlagen des Schweizer Werkeherstellers Venus. Bis heute baut das Haus seine Kaliber selbst. Zur Einordnung der Marke siehe unsere Übersicht chinesischer Uhrenmarken.

Beim Kauf auf den Markennamen achten: Fremdanbieter schreiben „Seagull ST” in den Produkttitel, ohne von Sea-Gull zu stammen. Maßgeblich ist, was auf dem Zifferblatt steht.

Spinnaker Hull California: Automatikuhr mit California-Zifferblatt

Die Hull California trägt dasselbe Werk, das in zahlreichen deutlich teureren Uhren arbeitet. Der Name stammt vom Zifferblatt: Ein California-Dial trägt in der oberen Hälfte römische und in der unteren arabische Ziffern, ein Muster aus den Dreißigerjahren. Dazu kommt ein Kissengehäuse.

Zeppelin Hindenburg LZ129: Automatikuhr mit Sichtboden

Zeppelin stammt aus demselben Haus wie Junkers. Die Rechte am Namen liegen bei POINT tec, das seit 2002 Uhren unter dieser Marke baut, gefertigt wird ebenfalls in Ruhla. Die Reihen sind nach den Luftschiffen benannt, von denen sie ihre Namen haben. Es sind edle Automatikuhren mit cremefarbenen Zifferblättern, gebläuten Zeigern und kleiner Sekunde. Ein eigener Zifferblattentwurf in kleiner Stückzahl ist teuer, weshalb er in dieser Preislage selten vorkommt.

Automatikuhren Geheimtipps für Damen

Bei Damenuhren steckt der Geheimtipp seltener in einem unbekannten Markennamen als in einer wenig beachteten Größe. Ein eigenes Damenkaliber lohnt sich für kleine Marken kaum, und kleinere Gehäuse verlangen Werke, die nicht jede Kollektion bietet.

Die interessanten Modelle stehen deshalb oft in bekannten Reihen, werden dort aber von den größeren Herrenversionen übersehen. Citizen baut die Tsuyosa mit 37 Millimetern, Tissot führt die Le Locle in mehreren Damenausführungen. Dazu kommen Gehäuse um 39 Millimeter, die als Unisex ausgewiesen sind, etwa die Marineuhren von Laco und die klassischen Reihen von Zeppelin. Wer nach Entwürfen statt nach Technik sucht, findet die Übersicht bei den besten Damenuhren und den Damenuhren-Marken.

Wie eine Automatikuhr funktioniert

Im Zentrum steht die Zugfeder in ihrem Federhaus. Sie speichert die Energie und gibt sie über das Räderwerk gleichmäßig ab. Die Unruh mit ihrer Spirale teilt diesen Fluss in gleich lange Takte, üblicherweise 21.600 oder 28.800 Halbschwingungen in der Stunde. Hinter dem Zifferblatt bleibt das verborgen, bei einer skelettierten Uhr liegt es offen:

Ingersoll The Jazz Herren Uhr analog Automatik mit Edelstahl Armband
Bei einer skelettierten Uhr wie dieser Ingersoll ist das Zifferblatt bis auf einen schmalen Ziffernring weggenommen. Sichtbar sind die Brücken, das Räderwerk und unten in der Mitte die goldfarbene Unruh, die den Takt vorgibt. Ingersoll The Jazz Herren Uhr analog Automatik mit Edelstahl Armband I07703 Zum Angebot

Die Automatik ist der Teil, der die Feder spannt. Dafür sitzt auf der Rückseite des Werks eine halbmondförmige Schwungmasse, der Rotor. Jede Bewegung des Arms dreht ihn um seine Achse, und über ein Zwischenräderwerk überträgt er diese Drehung auf das Federhaus. Damit die Feder nicht überspannt wird, sitzt am Ende eine Rutschkupplung: Ist die Feder voll, rutscht sie durch. Wer den Rotor sehen will, braucht einen Sichtboden aus Glas:

Seiko Herren-Uhr Automatik Edelstahl mit Edelstahlband SRPH89K1
Der Blick durch den Sichtboden auf die Rückseite des Werks. Die halbmondförmige Platte in der Mitte ist der Rotor. Er dreht sich frei um die Achse im Zentrum und zieht dabei die Feder auf, während darunter das Räderwerk arbeitet. Seiko Herren-Uhr Automatik Edelstahl mit Edelstahlband SRPH89K1 Zum Angebot

Zwei Zahlen beschreiben das Ergebnis. Die Gangreserve sagt, wie lange die Uhr nach dem Ablegen weiterläuft, bei vielen Standardwerken rund 40 Stunden. Die Ganggenauigkeit gibt an, wie weit sie am Tag abweicht, bei Standardwerken etwa minus 20 bis plus 40 Sekunden.

Automatik oder Handaufzug: die Vor- und Nachteile

Die Frage stellt sich innerhalb der mechanischen Uhren, denn dort sind Automatik und Handaufzug die beiden Alternativen. Zwei aktuelle ETA-Kaliber zeigen die konstruktiven Unterschiede besonders klar: Das ETA 2824-2 zieht automatisch auf, das ETA 2801-2 von Hand. Beide haben denselben Durchmesser und schwingen mit derselben Frequenz.

Was für die Automatik spricht:

  • Kein tägliches Aufziehen: Wer die Uhr regelmäßig trägt, muss nichts tun. Sie läuft und geht richtig.
  • Die Krone bleibt zu: Bei verschraubten Kronen, also bei fast jeder Taucheruhr, entfällt das tägliche Auf- und Zudrehen. Gewinde und Dichtung halten länger.
  • Die größere Auswahl: Der weitaus größte Teil der mechanischen Uhren im Handel trägt ein Automatikwerk. Wer einen Handaufzug sucht, findet ihn vor allem bei flachen Kleiduhren und bei Chronographen älterer Bauart.

Was dagegen spricht:

  • Mehr Bauhöhe: Das ETA 2824-2 misst 4,60 Millimeter, das 2801-2 3,35 Millimeter, bei gleichem Durchmesser. Automatikwerke können trotzdem flach sein, der Rotor braucht in diesem Werkspaar aber 1,25 Millimeter zusätzlichen Raum.
  • Weniger freie Sicht: Durch einen Glasboden verdeckt die Schwungmasse je nach Stellung einen Teil von Brücken und Räderwerk. Beim Handaufzug bleibt das Werk vollständig offen.
  • Mehr Bauteile: Der automatische Aufzug braucht zusätzliche Lager und Räder. Das ETA 2824-2 besitzt 25 Steine, das 2801-2 17.
  • Zusätzliches Gewicht: Die Schwungmasse besteht meist aus Messing, in teureren Werken auch aus Wolfram. Bei einer leichten Uhr kann ihr Gewicht am Handgelenk auffallen.
  • Hörbarer Rotor: Bei einigen Kalibern dreht er sich vernehmlich mit, wenn man das Handgelenk bewegt.

Die Gangreserve folgt dagegen keiner allgemeinen Regel. ETA nennt für das 2824-2 aktuell 42 Stunden, für das 2801-2 50 Stunden. Andere Automatikwerke erreichen 50, 80 oder mehr Stunden. Aus der Aufzugsart allein lässt sich die Laufzeit deshalb nicht ableiten.

Gegenüber einer Quarzuhr gilt für beide mechanischen Bauarten dasselbe: Sie gehen ungenauer, brauchen alle fünf bis zehn Jahre eine Revision und reagieren auf Magnetfelder und Stöße. Dafür laufen sie ohne Batterie, lassen sich über Jahrzehnte reparieren und zeigen eine Mechanik, die sich ansehen lässt.

Zwei Werksfunktionen entscheiden über den Alltag. Der Sekundenstopp hält den Sekundenzeiger an, sobald die Krone gezogen wird, und macht das sekundengenaue Stellen möglich. Der Handaufzug bei einer Automatik lässt eine stehengebliebene Uhr über die Krone anwerfen, statt sie zu schwenken. Beide fehlen dem älteren Seiko-Kaliber 7S26, während die neueren 4R35 und 4R36 sowie die Orient-Werke F6222 und F6922 sie mitbringen.

Die Geschichte der Automatikuhr

Der automatische Aufzug ist älter als die Armbanduhr. Bis er klein genug für das Handgelenk war, vergingen rund 150 Jahre.

  1. 1775

    Perrelet baut den ersten Selbstaufzug

    Abraham-Louis Perrelet wird die Erfindung des automatischen Aufzugs mit Rotor und Wechsler zugeschrieben. Er steckt in Taschenuhren, die beim Gehen ihres Trägers aufziehen.

  2. 1778

    Sarton stellt seine Bauweise vor

    Hubert Sarton präsentiert spätestens in diesem Jahr eine eigene Taschenuhr mit automatischem Aufzug.

  3. 1787

    Breguet nennt seine Uhr Perpétuelle

    Abraham Louis Breguet baut einen Vorläufer und gibt ihm diesen Namen.

  4. 1923

    Harwood meldet das Patent an

    Der britische Uhrmacher John Harwood arbeitet seit 1914 an einer Armbanduhr mit Selbstaufzug. Am 16. Oktober meldet er in der Schweiz ein Patent an, erteilt wird es am 1. September 1924.

  5. 1926

    Die erste Serienuhr mit Selbstaufzug

    Harwoods Konstruktion kommt in Serie. Eine Pendelschwungmasse schlägt zwischen zwei Puffern hin und her, weshalb diese Bauart bis heute Bumper heißt.

  6. 1931

    Rolex lässt den Rotor rundum laufen

    Die Oyster Perpetual bekommt eine Schwungmasse, die volle 360 Grad dreht und dadurch wirksamer aufzieht. 1932 wird das Prinzip weltweit patentiert und ist bis heute die Grundlage fast aller Automatikwerke.

  7. 1948

    Eterna lagert den Rotor auf Kugeln

    Der kugelgelagerte Rotor läuft reibungsärmer und setzt sich in der Branche durch.

Was einer Automatikuhr schadet

Zwei Einflüsse machen dem Werk zu schaffen. Erschütterungen: Ballsport und Arbeiten mit Schlagwerkzeug finden besser ohne die Uhr statt, weil die Lagersteine der Unruh die Stöße abbekommen. Magnetfelder: Sie bringen die Spirale aus dem Takt, wonach die Uhr plötzlich Minuten am Tag vorgeht. Die üblichen Quellen sind Lautsprecher, Tablet-Hüllen mit Magnetverschluss und Induktionsfelder. Ein Uhrmacher entmagnetisiert die Uhr in wenigen Minuten, und Werke mit Silizium- oder Nivachron-Spirale bleiben davon weitgehend unberührt.

Regelmäßiges Tragen ist dagegen die beste Pflege, weil sich die Schmierstoffe im laufenden Werk verteilen, statt an einer Stelle zu verharzen. Wer mehrere Uhren im Wechsel trägt, zieht die liegende gelegentlich von Hand auf, sofern das Werk es zulässt.

Ein Uhrenbeweger ist bei einer einzelnen Uhr selten nötig, denn sie neu zu stellen dauert wenige Sekunden. Sinnvoll wird er bei Modellen mit Kalender, deren Nachstellen umständlich ist, und bei größeren Sammlungen. Dauerbetrieb nutzt das Werk zusätzlich ab, weshalb gute Geräte mit Pausen arbeiten. Eine Übersicht steht bei den Uhrenbewegern.

Wann eine Automatikuhr zum Service muss

Die Hersteller nennen fünf bis zehn Jahre. Der übliche Anlass ist eine nachlassende Ganggenauigkeit oder eine kürzer werdende Gangreserve: Läuft die Uhr nach dem Ablegen nur noch zwölf statt vierzig Stunden, ist die Schmierung am Ende.

Bei der Revision wird das Werk zerlegt, gereinigt, neu geölt und eingestellt. Im deutschen Handel kostet das bei einer einfachen Dreizeiger-Automatik einen mittleren dreistelligen Betrag. Bei den günstigsten Werken liegt dieser Betrag über dem Kaufpreis der Uhr, weshalb dort im Schadensfall das komplette Werk getauscht wird. Genau deshalb ist ein verbreitetes Standardkaliber im Alltag mehr wert als ein exotisches.

Kurz & knapp

Häufige Fragen zu Automatikuhren

Wie funktioniert eine Automatikuhr?

Im Gehäuse sitzt eine halbmondförmige Schwungmasse, der Rotor. Jede Armbewegung dreht ihn, und über ein Räderwerk spannt er die Zugfeder im Federhaus. Diese Feder gibt ihre Energie gleichmäßig an das Räderwerk ab, die Unruh teilt sie in gleiche Takte. Eine Rutschkupplung verhindert, dass die Feder überspannt wird.

Wie lange läuft eine Automatikuhr, wenn ich sie ablege?

Das nennt sich Gangreserve. Viele verbreitete Einstiegskaliber laufen nach dem Ablegen rund 40 bis 42 Stunden, andere erreichen 50 Stunden. Kaliber wie das Tissot Powermatic 80 oder das Hamilton H-10 kommen auf rund 80 Stunden und überstehen damit ein Wochenende in der Schublade. Danach bleibt die Uhr stehen und muss neu gestellt werden.

Wie ziehe ich eine Automatikuhr auf?

Wenn das Werk einen Handaufzug hat, drehst du die Krone in der Grundstellung rund 20 bis 30 Mal im Uhrzeigersinn. Fehlt diese Funktion, hilft nur Bewegung: Die Uhr für etwa 30 Sekunden gleichmäßig schwenken bringt sie in Gang. Verschraubte Kronen musst du vorher lösen und danach wieder festdrehen.

Wie genau geht eine Automatikuhr?

Die Hersteller geben für japanische und schweizerische Standardwerke meist eine Toleranz von etwa minus 20 bis plus 40 Sekunden am Tag an. Chronometergeprüfte Werke liegen bei minus 4 bis plus 6 Sekunden. Eine Quarzuhr für wenige Euro arbeitet genauer, weil ein Schwingquarz mit 32.768 Hertz schwingt und eine Unruh mit 3 bis 4 Hertz.

Was sind die Nachteile einer Automatikuhr gegenüber einem Handaufzug?

Der Rotor braucht zusätzliche Bauhöhe, bringt weitere Bauteile ins Werk und kann einen Teil der Mechanik verdecken. Beim aktuellen ETA-Vergleich misst das Automatikwerk 2824-2 4,60 Millimeter, das Handaufzugswerk 2801-2 3,35 Millimeter. Die Gangreserve ist nicht grundsätzlich kürzer: Bei diesen beiden Kalibern nennt ETA 42 beziehungsweise 50 Stunden, andere Automatikwerke erreichen 80 Stunden und mehr.

Brauche ich einen Uhrenbeweger?

Bei einer einzelnen Uhr selten. Sie neu zu stellen dauert wenige Sekunden. Sinnvoll wird ein Beweger bei Modellen mit Kalender, deren Nachstellen umständlich ist, und bei einer größeren Sammlung. Dauerbetrieb nutzt das Werk zusätzlich ab, weshalb viele Beweger mit Pausen arbeiten.

Was kostet eine gute Automatikuhr?

Der Einstieg mit einem Markenwerk beginnt im niedrigen dreistelligen Bereich. Günstige Automatikuhren gibt es dort bereits mit nachprüfbarem Kaliber. Zwischen 300 und 500 Euro kommen Saphirglas, höhere Wasserdichtigkeit und Manufakturwerke dazu. Ab etwa 1.000 Euro beginnen die schweizerischen Kaliber von ETA und Sellita.

Wie oft muss eine Automatikuhr zum Service?

Die Hersteller nennen meist fünf bis zehn Jahre. Der übliche Anlass ist eine nachlassende Ganggenauigkeit oder eine sinkende Gangreserve. Bei einer einfachen Dreizeiger-Automatik liegen die Kosten im deutschen Handel im mittleren dreistelligen Bereich, weshalb sich eine Revision bei den günstigsten Werken selten rechnet.

Vertragen Automatikuhren Magnetfelder?

Magnetfelder bringen die Spirale aus dem Takt, und die Uhr geht dann plötzlich Minuten am Tag vor. Übliche Quellen sind Lautsprecher, Tablet-Hüllen mit Magnetverschluss und Induktionsfelder. Ein Uhrmacher entmagnetisiert die Uhr in wenigen Minuten. Werke mit Silizium- oder Nivachron-Spirale sind deutlich unempfindlicher.

Gibt es Automatikuhren für Damen?

Das Angebot ist deutlich schmaler als bei Herrenuhren, weil die Stückzahlen fehlen. Verfügbar sind vor allem Modelle bekannter Marken wie die Citizen Tsuyosa mit 37 Millimetern und die Tissot Le Locle sowie Gehäuse um 39 Millimeter, die als Unisex ausgewiesen sind.