Uhren werden regelmäßig billiger, aber nicht zufällig. Wer weiß, wann Händler ihre Preise senken und wie ein echter Nachlass von einem gerechneten zu unterscheiden ist, zahlt für dieselbe Uhr deutlich weniger.

Diese Seite erklärt beides: die Termine, zu denen sich Warten lohnt, und die Prüfung, ob ein Angebot wirklich eines ist. Darunter stehen die Uhren, die gerade tatsächlich im Preis gesenkt sind.

Wann Uhren günstig werden

Preisnachlässe haben ihre Gründe. Vier davon kehren zuverlässig wieder.

  • Kollektionswechsel

    Die neue Kollektion steht an, die Vorjahresmodelle müssen aus dem Lager. Technisch und optisch ändert sich bei Uhren von Jahrgang zu Jahrgang meist wenig. Der Nachlass ist hier am wenigsten mit einem Nachteil erkauft.

  • Lagerabverkauf

    Lagerfläche kostet Geld, Restbestände werden deshalb abgeschrieben. Das Sparpotenzial ist groß, die Auswahl aber zufällig: Übrig sind die Modelle, die bisher niemand wollte.

  • Werbeaktionen der Hersteller

    Marktplätze heben rabattierte Artikel prominent hervor. Für kleinere Marken ist ein zeitweiser Nachlass deshalb Werbung. Sie kaufen sich damit Sichtbarkeit und Bewertungen ein.

  • Feiertage und Rabatttage

    Rund um Weihnachten, Black Friday und Prime Day ist der Wettbewerb am größten. Wer zu diesen Terminen nicht mitzieht, verliert Umsatz an den Nachbarn im Regal.

Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Schlussverkäufe: Sommer- und Winterschlussverkauf sind in Deutschland seit 2004 nicht mehr gesetzlich geregelt. Die alten Termine haben sich als Gewohnheit gehalten, der Sommerschlussverkauf liegt traditionell Ende Juli und der Winterschlussverkauf Ende Januar. Verbindlich ist daran nichts. Händler senken ihre Preise heute, wann es ihnen passt.

Die Termine im Jahr

  1. Jan

    Winterschlussverkauf

    Abverkauf nach dem Weihnachtsgeschäft. Nicht mehr gesetzlich geregelt, als Termin im Handel aber geblieben.

  2. Juli

    Prime Day

    Amazons eigener Rabatttag, meist über zwei Tage. Uhren sind regelmäßig dabei, vor allem Smartwatches und Modemarken.

  3. Nov

    Black Friday und Cyber Monday

    Der Freitag nach Thanksgiving und der folgende Montag. Thanksgiving fällt auf den vierten Donnerstag im November, die beiden Tage liegen damit immer zwischen dem 26. November und dem 2. Dezember.

  4. Dez

    Weihnachtsgeschäft

    Höchster Umsatz, höchster Wettbewerbsdruck. Die Nachlässe fallen oft geringer aus als im November, dafür ist die Auswahl am größten.

Wer keine Eile hat, wartet auf November. Wer eine bestimmte Referenz sucht, kauft besser beim Kollektionswechsel. An Rabatttagen ist gerade das gefragte Modell schnell vergriffen.

Aktuell reduzierte Uhren

Die folgenden Modelle sind in diesem Moment im Preis gesenkt. Die Auswahl wird täglich abgeglichen. Uhren ohne aktuellen Nachlass fallen von selbst heraus, statt hier zum vollen Preis zu stehen, deshalb kann eine Reihe auch einmal kürzer ausfallen.

Herrenuhren mit Nachlass

Damenuhren mit Nachlass

Smartwatches mit Nachlass

Bei Smartwatches sind die Abstände am größten, weil jedes Jahr eine neue Generation erscheint und die Vorgänger deutlich im Preis fallen. Welches Modell zu welchem Smartphone passt, steht in unserer Smartwatch-Kaufberatung.

Woran du echte Rabatte erkennst

Nicht jeder Prozentwert bedeutet dasselbe. Drei Dinge lohnen den zweiten Blick.

Worauf sich die Prozentangabe bezieht: Seit dem 28. Mai 2022 verpflichtet § 11 der Preisangabenverordnung Händler, bei beworbenen Preissenkungen den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage anzugeben. Ein Rabatt, der sich darauf bezieht, ist belastbar. Bezieht er sich dagegen auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, sagt er wenig: Viele Uhren werden dauerhaft deutlich unter UVP gehandelt. Der „Nachlass” ist dann der normale Marktpreis.

Restposten und Retourenware: Beides ist günstig und oft völlig in Ordnung. Die Frage ist, ob das Modell noch im aktuellen Programm steht. Bei ausgelaufenen Serien endet die Ersatzteilversorgung nach einigen Jahren. Ein ausgeschlagenes Federstegloch oder ein zerkratztes Spezialglas macht die Uhr dann zum Fall für die Schublade.

Der Preisverlauf: Bei Modellen, die dauerhaft im Angebot stehen, ist der Streichpreis eine Rechengröße. Ein Blick auf die Preisentwicklung der letzten Monate zeigt, ob der aktuelle Preis wirklich der niedrigste ist oder nur so aussieht. Ein Preisvergleich über mehrere Händler kostet zwei Minuten und beantwortet die Frage sicherer als jede Prozentangabe.

Was in einem Uhren-Outlet steht

Viele Marken und große Händler führen einen eigenen Outlet-Bereich. Der Begriff verspricht dauerhaft niedrige Preise, tatsächlich steht dahinter meist eines von drei Dingen: Vorjahresmodelle aus dem Kollektionswechsel, Restposten aus Sortimenten, die auslaufen, oder geprüfte Retourenware. Alle drei sind in Ordnung, solange du weißt, was du kaufst.

Der Unterschied zu einer zeitlich begrenzten Rabattaktion liegt in der Auswahl. Ein Uhrenoutlet führt, was übrig ist, kein kuratiertes Sortiment. Wer ein bestimmtes Modell sucht, findet es dort selten. Wer offen für Alternativen ist, macht dort die besseren Geschäfte.

Woran ein seriöser Händler zu erkennen ist, steht im Ratgeber zum Onlinekauf.

Luxusuhren im Sale

Bei echten Luxusuhren funktioniert der Rabatt anders oder gar nicht. Rolex ist das deutlichste Beispiel: Die Wartelisten sind so lang, dass gefragte Referenzen am freien Markt über dem Listenpreis gehandelt werden. Ein Konzessionär, der eine neue Rolex mit Nachlass anbietet, riskiert seinen Vertrag.

Bei weniger knappen Marken sieht es anders aus. Longines, Oris, Maurice Lacroix und Tissot sind online regelmäßig 20 bis 30 Prozent unter Listenpreis zu haben. Der Weg dorthin führt meist über Grauhändler oder den Gebrauchtmarkt. Beide haben eigene Regeln, die eine eigene Seite füllen.

Weitere Sonderangebote, Restposten und zurückgesendete Ware stehen im Uhren-Bereich bei Amazon.

Kurz & knapp

Häufige Fragen zu Uhren-Angeboten

Wann sind Uhren am günstigsten?

Zwei Zeitpunkte lohnen sich besonders: der Kollektionswechsel, wenn Händler Vorjahresmodelle abverkaufen, und die Rabatttage im November rund um Black Friday und Cyber Monday. Beides ist planbar. Unplanbar, aber oft am günstigsten sind Lagerabverkäufe und Restposten.

Sind Uhren online wirklich günstiger als beim Juwelier?

Häufig ja, weil Onlinehändler ohne Ladengeschäft und Beratungspersonal kalkulieren. Dafür entfallen Anprobe, das Einkürzen des Armbands und der Ansprechpartner vor Ort. Bei Luxusuhren ist der Abstand am größten: Über Grauhändler sind bis zu 30 Prozent unter Listenpreis möglich. Zur Kaufberatung für Luxusuhren.

Woran erkenne ich, ob ein Rabatt echt ist?

Seit Mai 2022 muss ein Händler bei beworbenen Preissenkungen den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben (§ 11 Preisangabenverordnung). Bezieht sich die Prozentangabe dagegen auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, sagt sie über die Ersparnis wenig aus. Viele Uhren werden dauerhaft weit unter UVP gehandelt.

Lohnen sich Restposten und Retourenware?

Der Preis ist oft deutlich niedriger, die Auswahl aber zufällig. Achte darauf, ob das Modell noch im aktuellen Programm des Herstellers steht: Bei ausgelaufenen Serien kann die Ersatzteilversorgung nach einigen Jahren enden, und ein Armband oder Glas lässt sich dann nur noch schwer ersetzen.