Russische Uhrenmarken haben eine bewegte Geschichte, die sich bis heute in den russischen Uhren widerspiegelt. Hier findest du die wichtigsten Hersteller, ausführliche Porträts und erfährst, welche russischen Uhren für Sammler interessant sind.
Die Geschichte der russischen Uhrenmarken ist geprägt von Krieg, dem Kommunismus der damaligen Sowjetunion (siehe auch die bekannten CCCP Uhren) und dem Wettlauf ins All. Daraus gingen Uhren hervor, die bis heute einen sehr eigenen Charakter besitzen. Besonders bekannt sind die Vostok Amphibia, die Raketa aus Peterhof und jene Sturmanskie, die Juri Gagarin bei seinem Raumflug trug.
Russische Uhrenmarken Liste
Die folgende Liste zeigt aktive russische Uhrenmarken, historische Namen und eigenständige Fortführungen russischer Uhrentradition. Bei nicht mehr aktiven Marken bezieht sich die Preislage auf den Gebrauchtmarkt.
| Marke | Gründung | Sitz | Preislage |
|---|---|---|---|
| Vostok | 1942 | Chistopol, Russland | Einstieg bis Mittelklasse |
| Raketa | 1961 | Peterhof, Russland | obere Mittelklasse bis Luxus |
| Sturmanskie | 1949 | Moskau, Russland | Mittelklasse |
| Slava | Ende der 1950er | Moskau, Russland | Einstieg bis Mittelklasse |
| Molnija | 1947 | Tscheljabinsk, Russland | Mittelklasse |
| Konstantin Chaykin | 2003 | Moskau, Russland | Luxus |
| Nika | 2003 | Moskau, Russland | Einstieg bis Luxus |
| Pobeda | 1945 | Peterhof, Russland | Einstieg |
| Agat | 1941 | Slatoust, Russland | Mittelklasse |
| Vostok Europe | 2003 | Vilnius, Litauen | Mittelklasse |
| Poljot International | 1994 | Alzenau, Deutschland | Mittelklasse bis Luxus |
| Strela | 1959 | München, Deutschland | Mittelklasse |
| Poljot | 1964 | Eingestellt 2004 | Gebrauchtmarkt |
| Wympel | 1961 | Nicht mehr aktiv | Gebrauchtmarkt |
| Kirowskije | 1930er-Jahre | Nicht mehr aktiv | Gebrauchtmarkt |
| Volmax | 2000 | Moskau, Russland | Keine eigene Kollektion |
| H. Moser & Cie | 1828 | Neuhausen am Rheinfall, Schweiz | Luxus |
Preisstufen Einstieg bis 150 € Mittelklasse 150–500 € Luxus 2.500–20.000 €
Russische, sowjetische oder nur russisch inspiriert?
Bei kaum einer anderen Länderübersicht liegen Markenname, historischer Ursprung und heutiger Sitz so oft auseinander. Für die Zuordnung zählt vor allem die Markenherkunft. Deshalb gehören Vostok Europe und Poljot International als eigenständige Fortführungen mit russischen Wurzeln ebenfalls in die Übersicht, obwohl beide heute außerhalb Russlands ansässig sind.
Vostok Europe ist eine litauische Marke mit russischer Vostok-Wurzel. Poljot International hat seinen Sitz in Deutschland und führt die russische Poljot-Tradition als eigenständige deutsche Marke weiter. H. Moser & Cie ist heute eine Schweizer Marke, besitzt durch die Gründung in St. Petersburg aber ein bedeutendes russisches Kapitel in ihrer Geschichte.
Eine russische Marke besitzt ihre Identität und organisatorische Heimat in Russland. Eine sowjetische Uhr wurde vor 1991 in einer Fabrik der Sowjetunion hergestellt. Die Aufschrift CCCP allein beweist keine sowjetische Herkunft. Sie erscheint auch auf modernen Uhren und rein nostalgischen Entwürfen. Entscheidend sind Hersteller, Werk, Gehäuse, Zifferblatt und eine zeitlich plausible Zusammenstellung der Teile.
Bekannte russische Uhrenmarken im Porträt
Hinter den Namen stehen sehr unterschiedliche Uhren. Vostok baut charakterstarke Gebrauchsuhren, Raketa pflegt die Manufakturidee, Sturmanskie lebt von der Raumfahrtgeschichte und Konstantin Chaykin zeigt die überraschend verspielte Seite russischer Haute Horlogerie.
Vostok: robuste Uhren aus Chistopol | |
|---|---|
| Gründung | 1942 |
| Sitz | Chistopol, Russland |
| Bekannte Modelle | Amphibia, Komandirskie |
Vostok, im Deutschen häufig Wostok geschrieben, ist die bekannteste noch aktive russische Uhrenmarke. Ihre Wurzeln reichen bis zur kriegsbedingten Verlagerung von Teilen der Zweiten Moskauer Uhrenfabrik nach Chistopol im Jahr 1942. Der Name Vostok bedeutet Osten und wurde in den 1960er-Jahren eingeführt.
Die Komandirskie wurde als robuste Militäruhr bekannt. Noch eigenständiger ist die Amphibia. Ihre Konstruktion nutzt den steigenden Wasserdruck, um Glas und Gehäusedichtung stärker anzupressen. Das Ergebnis ist keine luxuriös verfeinerte Taucheruhr, sondern eine zweckmäßige mechanische Uhr mit viel russischem Charakter.
VOSTOK | Amphibia 420059 Scuba Dude Automatik, selbstaufziehende Taucherarmbanduhr, Schwarz, Modern
VOSTOK | Komandirskie Signal Corps Commander Russo Army Militärstil Mechanische Uhr | Serie 296, 211296 Leder, Militär
VOSTOK Komandirskie 280988 Russisches Symbol automatische mechanische Uhr, Orange/Abendrot im Zickzackmuster (Sunset Chevron), Taucher
Raketa: Uhrmacherei aus Peterhof | |
|---|---|
| Gründung | 1961 |
| Sitz | Peterhof, Russland |
| Bekannte Modelle | Big Zero, Copernic, Polar |
Raketa wird in der historischen Uhrenfabrik Petrodvorets in Peterhof bei Sankt Petersburg gefertigt. Die Fabrik selbst geht auf eine 1721 von Peter dem Großen gegründete Steinschleiferei zurück. Uhren entstanden dort erst viel später. Der Markenname Raketa, zu Deutsch Rakete, wurde 1961 nach Gagarins Raumflug eingeführt.
Die heutige Kollektion greift bekannte sowjetische Entwürfe auf. Dazu zählen die Big Zero mit ihren übergroßen Ziffern und die Copernic, deren Zeiger an die Bewegung von Himmelskörpern erinnern. Raketa positioniert sich deutlich höher als Vostok und fertigt wieder eigene mechanische Werke.
Sturmanskie: Kosmonautentradition aus Moskau | |
|---|---|
| Gründung | 1949 |
| Sitz | Moskau, Russland |
| Bekannte Modelle | Gagarin, Open Space, Arctic |
Sturmanskie wurde ursprünglich für Absolventen der sowjetischen Luftwaffenschule gefertigt und war nicht frei im Handel erhältlich. Der Name bedeutet sinngemäß Navigator. Berühmt wurde die Uhr durch Juri Gagarin, dessen Flug im Geschichtsteil noch ausführlicher vorkommt.
Die heutigen Modelle greifen Zifferblätter, Gehäuseformen und Namen aus Luftfahrt und Raumfahrt auf. Hinter der modernen Marke steht Volmax, das im Jahr 2000 von ehemaligen Mitarbeitern der Ersten Moskauer Uhrenfabrik gegründet wurde.
Sturmanskie Heritage Herren Automatik 2416/6821348, Beiges Zifferblatt
Sturmanskie Herren (Unisex) Uhr, Edelstahl, Automatik, 38 mm, Schwarz, Wasserdicht bis 100 m, Schnalle, Streifen
Sturmanskie Open Space Day-Date NH36/1891771
Slava: Moskauer Traditionsmarke | |
|---|---|
| Gründung | Ende der 1950er-Jahre |
| Sitz | Moskau, Russland |
| Bekannte Modelle | Tradition, Russian Roulette |
Slava, auf Deutsch Ruhm, war die bekannteste Marke der Zweiten Moskauer Uhrenfabrik. Diese begann 1924 als Moskauer Elektro-Mechanischer Betrieb und stellte später besonders viele zivile Armbanduhren her. Uhren unter dem Namen Slava erschienen in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre. Die Marke wurde für mechanische Alltagsuhren und eigene Doppelfederhauswerke bekannt.
Die Marke ist weiterhin aktiv und verbindet historische Namen mit modernen Entwürfen. Bei Vintage-Uhren findet man neben Slava auch die Schreibweise Slawa.
Molnija: Taschenuhren aus Tscheljabinsk | |
|---|---|
| Gründung | 1947 |
| Sitz | Tscheljabinsk, Russland |
| Bekannte Modelle | Kaliber 3602, Classic, Baikal |
Molnija bedeutet Blitz. Die Fabrik in Tscheljabinsk wurde 1947 gegründet und spezialisierte sich auf große mechanische Werke für Taschen-, Bord- und Instrumentenuhren. Besonders verbreitet ist das Taschenuhrkaliber 3602, das Sammler in zahllosen Gehäuse- und Zifferblattvarianten finden.
Nach schwierigen Jahren wurde die Fertigung neu organisiert. Molnija ist daher nicht nur eine historische Sowjetmarke, sondern wieder ein aktiver russischer Hersteller mit modernen Taschen- und Armbanduhren.
Konstantin Chaykin: unabhängige Haute Horlogerie | |
|---|---|
| Gründung | 2003 |
| Sitz | Moskau, Russland |
| Bekannte Modelle | Joker, Clown, Minotaur |
Konstantin Chaykin zeigt, dass russische Uhrmacherei nicht auf Militärnostalgie beschränkt ist. Der Uhrmacher gründete seine Manufaktur 2003 in Moskau und entwickelte komplizierte Tisch- und Armbanduhren sowie eigene Mechanismen.
International bekannt wurde besonders die Joker. Stunden und Minuten erscheinen als Augen, während die Mondphase den Mund bildet. Technisch anspruchsvolle Uhrmacherei trifft hier auf Humor und ein Design, das man auch aus größerer Entfernung erkennt.
Nika: russische Schmuckuhren | |
|---|---|
| Gründung | 2003 |
| Sitz | Moskau, Russland |
| Bekannte Modelle | Celebrity, Lady, Exclusive |
Nika wurde 2003 in Moskau gegründet und konzentriert sich auf Schmuckuhren aus Edelmetallen. Die Kollektion reicht von vergleichsweise schlichten Quarzuhren bis zu aufwendig besetzten Modellen und mechanischen Einzelstücken.
Damit besetzt Nika ein anderes Feld als Vostok oder Sturmanskie. Die Marke steht weniger für militärische Instrumente als für die russische Tradition dekorativer Gold- und Schmuckarbeiten.
Vostok Europe: litauische Marke mit russischer Vostok-Wurzel | |
|---|---|
| Gründung | 2003 |
| Sitz | Vilnius, Litauen |
| Bekannte Modelle | Anchar, Energia, Expedition North Pole |
Vostok Europe wurde 2003 in Vilnius als gemeinsames Projekt rund um speziell angepasste Werke von Vostok gegründet. Die Zusammenarbeit und der Bezug russischer Werke endeten 2014. Heute ist Vostok Europe eine eigenständige litauische Marke.
Die russische Herkunft des Namens und die frühe technische Verbindung sind trotzdem ein wesentlicher Teil ihrer Geschichte. Deshalb gehört Vostok Europe in diesen Artikel, allerdings nicht als Hersteller mit heutigem Sitz in Russland. Typisch sind große, druckfeste Sport- und Taucheruhren mit auffälligen Gehäusen.
Vostok Europe Expedition North Pole Solar Chronograph Herrenuhr mit 2 Armbändern in verschiedenen Varianten, Grün/Grün, Sport
Vostok Europe Energia Rocket Herrenuhr mit Edelstahlband Automatik 30 ATM Datum YN84-575A539-B
Vostok Europe Herren-Armbanduhr Automatik Space Race Braun/Beige YN55-325A663
Poljot International: russische Geschichte, deutsche Marke | |
|---|---|
| Gründung | 1994 |
| Sitz | Alzenau, Deutschland |
| Bekannte Modelle | Journey, Tourbillon, Globetrotter |
Poljot International wurde 1994 in Deutschland gegründet und knüpft mit Namen, Gestaltung und frühen Uhrwerken an die russische Poljot-Tradition an. Das Unternehmen ist nicht mit der 2004 untergegangenen Ersten Moskauer Uhrenfabrik gleichzusetzen. Die heutigen Uhren entstehen in Deutschland.
Die Marke gehört dennoch zur Geschichte russischer Uhren, weil sie diese Herkunft bewusst weiterführt und schon vor dem Ende der ursprünglichen Poljot-Fabrik bestand. Wer eine historische Poljot sucht, kauft damit aber nicht automatisch eine Uhr aus sowjetischer oder Moskauer Fertigung.
Poljot-International Herrenuhr Double Timer Globetrotter 9730.2940551
Der Poljot International Globetrotter verbindet die russisch geprägte Markengeschichte mit der heutigen Fertigung in Deutschland und einer zweiten Zeitzone.
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Zum AngebotDie bewegte Geschichte um russische Uhrenmarken
Die Geschichte der russischen Uhrenmarken ist geprägt von Industrialisierung, Krieg, staatlich gelenkter Produktion und Raumfahrt. Uhren waren wichtige Instrumente für Soldaten, Piloten, Schiffe und Kosmonauten. Deshalb entstanden in der Sowjetunion große Fabriken statt vieler kleiner Markenmanufakturen.
Die Erste Moskauer Uhrenfabrik und Poljot
Die Erste Moskauer Uhrenfabrik nahm 1930 ihren Betrieb auf. Maschinen und Fachwissen stammten zunächst von zwei aufgekauften amerikanischen Uhrenunternehmen. Ziel war eine eigene sowjetische Versorgung mit präzisen Zeitmessern für Militär und Industrie.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile der Produktion nach Osten verlagert. Aus diesen Verschiebungen entstanden neue Zentren wie Slatoust und Tscheljabinsk. Die Moskauer Fabrik erhielt 1964 den Namen Poljot, das russische Wort für Flug. Damit erinnerte sie an den ersten bemannten Raumflug. Nach dem Ende der Sowjetunion zerfiel das Unternehmen schrittweise und ging 2004 unter.
Mit Poljot verbunden sind historische Namen wie Pobeda, Strela, Kirowskije, Sturmanskie und Wympel. Pobeda entstand nach dem Zweiten Weltkrieg auf Basis technischer Vorarbeiten des französischen Herstellers LIP. Strela-Chronographen und Sturmanskie-Uhren wurden besonders durch Luftfahrt und Raumfahrt bekannt.
Sturmanskie: Die erste Uhr im Weltall
Am 12. April 1961 umrundete Juri Gagarin in der Raumkapsel Wostok 1 innerhalb von 108 Minuten die Erde. An seinem Handgelenk trug er eine Sturmanskie. Damit wurde sie zur ersten Armbanduhr im Weltraum.
Die Uhr war kein frei gewähltes Luxusaccessoire. Sturmanskie-Modelle wurden damals an Absolventen der sowjetischen Luftwaffenschule ausgegeben. Gerade dieser nüchterne Ursprung als Arbeitsinstrument macht die Geschichte bis heute glaubwürdig. Moderne Gagarin-Modelle greifen das historische Design in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Werken auf.
Die Zweite Moskauer Uhrenfabrik und Slava
Die Zweite Moskauer Uhrenfabrik begann bereits 1924 als Moskauer Elektro-Mechanischer Betrieb. Erst später wurde daraus eine eigentliche Uhrenfabrik. Ihre bekannteste Marke war Slava. Sie stand vor allem für zivile Armbanduhren und entwickelte sich damit anders als die stärker militärisch geprägte Erste Moskauer Uhrenfabrik.
Ein Teil der Fabrik wurde 1942 nach Chistopol verlagert. Dort entstand die Grundlage für die spätere Marke Vostok. Die Geschichte von Slava und Vostok zeigt, wie eng die sowjetischen Fabriken durch Krieg, Techniktransfer und staatliche Planung miteinander verbunden waren.
Slatoust, Agat und Molnija
Auch die Slatouster Uhrenfabrik entstand 1941 durch die Verlagerung von Maschinen und Mitarbeitern aus Moskau. Später wurde sie als Agat bekannt und fertigte vor allem große Taucheruhren, Stoppuhren und technische Zeitmesser.
In Tscheljabinsk entwickelte sich Molnija zum Spezialisten für Taschen- und Instrumentenuhren. Das weit verbreitete Kaliber 3602 prägt das Bild der Marke bis heute. Anders als lange behauptet, ist Molnija nicht endgültig verschwunden. Die Marke und ihre Fertigung wurden wiederbelebt.
Petrodvorets und Raketa
Die Fabrik in Petrodvorets, dem heutigen Peterhof, führt ihre Geschichte bis 1721 zurück. Damals gründete Peter der Große dort eine Schleiferei für Edelsteine und Hartgestein. Diese Jahreszahl bezeichnet also nicht den Beginn der Uhrenproduktion.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Betrieb mit Uhren. Seit Gagarins Raumflug 1961 verwendet er den Namen Raketa. Die Verbindung einer sehr alten Fabrikgeschichte mit eigenständigen sowjetischen Designs macht Raketa zu einer der interessantesten russischen Marken der Gegenwart.
H. Moser & Cie und die Uhrmacherei im Zarenreich
Nicht jede russische Uhrengeschichte begann in einer sowjetischen Fabrik. Der Schweizer Heinrich Moser gründete 1828 in St. Petersburg ein Handelsunternehmen, das den russischen Hof und wohlhabende Kunden mit hochwertigen Uhren belieferte. Nach seinem Tod führte der damalige Geschäftsführer das russische Geschäft weiter, bis es infolge der Oktoberrevolution endete.
H. Moser & Cie wurde 2005 in der Schweiz neu aufgebaut und ist heute eine Schweizer Manufaktur. Ihre Geschichte zeigt, dass Russland schon lange vor der Sowjetzeit ein wichtiger Markt und Schauplatz der europäischen Uhrmacherei war.
Russische Vintage-Uhren kaufen
Alte Poljot-, Raketa-, Slava- und Vostok-Uhren können viel Geschichte für vergleichsweise wenig Geld bieten. Eine sichere Kapitalanlage sind sie deshalb noch lange nicht. Preise hängen stark von Seltenheit, Zustand, Originalität und Nachfrage ab.
Besonders häufig sind sogenannte Frankenwatches, die aus Teilen verschiedener Uhren zusammengesetzt wurden. Das muss eine Uhr nicht unbrauchbar machen, sollte aber offen benannt und im Preis berücksichtigt werden. Prüfe vor dem Kauf, ob Zifferblatt, Zeiger, Gehäuse und Werk zur angegebenen Referenz und Epoche passen.
Auch die Wartung verdient Aufmerksamkeit. Viele russische Kaliber sind robust, doch Ersatzteile und erfahrene Uhrmacher sind nicht für jedes Werk gleich leicht zu finden. Bei einer günstigen Vintage-Uhr können die Kosten einer Revision den Kaufpreis übersteigen.
Welche russischen Uhren sind für Sammler interessant?
Für Sammler sind nicht nur die Marke und der Preis interessant. Entscheidend sind auch die historische Bedeutung, eigenständige Konstruktionen, seltene Zifferblätter und ein möglichst originaler Zustand.
- Vostok Amphibia und Komandirskie stehen für robuste, erschwingliche Mechanik.
- Raketa Big Zero und Copernic zeigen eigenständiges sowjetisches Design.
- Sturmanskie besitzt eine unmittelbare Verbindung zur sowjetischen Raumfahrt.
- Poljot und Strela sind für historische Chronographen und Fliegeruhren interessant.
- Slava und Molnija bieten charakteristische sowjetische Werke.
- Konstantin Chaykin repräsentiert moderne russische Haute Horlogerie.
Häufige Fragen zu russischen Uhrenmarken
Welche russischen Uhrenmarken gibt es?
Zu den bekanntesten aktiven russischen Uhrenmarken gehören Vostok, Raketa, Sturmanskie, Slava, Molnija, Konstantin Chaykin und Nika. Poljot, Pobeda und Strela sind vor allem historisch bedeutend. Vostok Europe und Poljot International führen russische Markengeschichten heute außerhalb Russlands weiter.
Welche ist die beste russische Uhrenmarke?
Eine allgemein beste russische Uhrenmarke gibt es nicht. Vostok eignet sich für erschwingliche, robuste Mechanik, Raketa für eigenständiges Design und Manufakturuhrmacherei, Sturmanskie für Raumfahrtgeschichte und Konstantin Chaykin für Haute Horlogerie.
Ist Vostok eine russische Uhrenmarke?
Ja. Vostok entstand aus der 1942 nach Chistopol verlagerten Uhrenproduktion und hat seinen Sitz bis heute in Russland. Die bekanntesten Modellfamilien sind die robuste Komandirskie und die seit den 1960er-Jahren gebaute Taucheruhr Amphibia.
Ist Vostok Europe eine russische Uhrenmarke?
Vostok Europe ist eine litauische Marke mit russischer Vostok-Wurzel. Sie wurde 2003 in Vilnius für Uhren mit eigens angepassten Vostok-Werken gegründet. Die Zusammenarbeit endete 2014, die historische Verbindung erklärt aber, warum die Marke auch im Umfeld russischer Uhren genannt wird.
Gibt es Poljot noch?
Die ursprüngliche Erste Moskauer Uhrenfabrik, die ab 1964 Poljot hieß, ging 2004 unter. Der Name lebt in unterschiedlichen Zusammenhängen weiter. Poljot International ist eine 1994 in Deutschland gegründete, eigenständige Marke in russischer Poljot-Tradition.
Worauf sollte man bei alten sowjetischen Uhren achten?
Bei Vintage-Uhren aus der Sowjetunion sind ein nachvollziehbarer Zustand, ein passendes Werk und möglichst originale Bauteile wichtig. Aus Zifferblättern, Zeigern und Gehäusen verschiedener Uhren zusammengesetzte Exemplare sind häufig. Vor dem Kauf sollte auch geklärt werden, wer das Kaliber warten kann.
